Süd- und Nordkorea beschießen sich an der Grenze

21. August 2015 - 9:26 Uhr

Schäden noch nicht bekannt

Artillerieeinheiten des südkoreanischen und nordkoreanischen Militärs haben sich an der schwer bewachten Grenze zwischen beiden Ländern beschossen. Ein Geschoss aus Nordkorea sei im Nordwesten des Nachbarlandes eingeschlagen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Südkoreas Streitkräfte hätten daraufhin mit einem Artilleriegeschütz zurückgeschossen, sagte ein Sprecher.

Süd- und Nordkorea beschießen sich an der Grenze.
Südkoreanische Soldaten mit scharfem Geschütz an der Grenze im November 2014.
© dpa, Kim Nam-Ho

Über etwaige Schäden auf beiden Seiten wurde zunächst nichts bekannt.

Südkoreas Streitkräfte seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Yonhap. Der Nationale Sicherheitsrat wurde zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen.

Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Militärvertreter, das Geschoss aus Nordkorea habe vermutlich auf Lautsprecheranlagen in der entmilitarisierten Zone (DMZ) gezielt.

Südkorea hatte vor kurzem die gen Nordkorea gerichteten Propaganda-Durchsagen nach elf Jahren wieder aufgenommen. Seoul macht den Nachbarn für die Verletzung von zwei seiner Soldaten durch Landminen verantwortlich, die Nordkorea auf südlicher Seite der DMZ vergraben haben soll. Nordkorea drohte mit dem Beschuss der Lautsprecher.

Südkorea rief die Anwohner im Grenzort Yonchon sowie anderen grenznahen Gebieten auf, sich in Schutzräume zu begeben. "Das Militär hat seine Verteidigungsbereitschaft erhöht und beobachtet genau die Bewegungen der nordkoreanischen Streitkräfte", erklärte das Verteidigungsministerium. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye habe bei einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats das Militär aufgerufen, mit harten Maßnahmen auf nordkoreanische Provokationen zu reagieren, sagte ein Sprecher des Präsidialamts.

Die Spannungen zwischen beiden Staaten hatten sich deutlich erhöht, nachdem zwei südkoreanische Soldaten bei der Explosion von mutmaßlich nordkoreanischen Landminen verletzt worden waren. Südkorea wirft der nordkoreanischen Volksarmee vor, vor kurzem Antipersonenminen auf südlicher Seite der entmilitarisierten Zone vergraben zu haben. Das bestreitet Nordkorea.