Sudan: Miliz hat bis zu 1.000 Kindersoldaten zwangsrekrutiert

Im Südsudan sind laut Schätzungen circa 10.000 Kindersoldaten im Einsatz. (Motivbild)
Im Südsudan sind laut Schätzungen circa 10.000 Kindersoldaten im Einsatz. (Motivbild)
© dpa, A3576 Maurizio Gambarini

26. Juni 2015 - 13:36 Uhr

Verschleppt und zwangsausgebildet

Eine Miliz im Südsudan hat im Juni nach Angaben von Militärbeobachtern bis zu 1.000 Kindersoldaten zwangsrekrutiert. Kämpfer der Shilluk-Miliz gingen in den Orten Kodok und Wau Shilluk im Nordosten des Landes von Tür zu Tür, ergriffen Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und verschleppten sie in ein militärisches Ausbildungslager. Das ging am Donnerstag aus einem Bericht von Militärbeobachtern der ostafrikanischen zwischenstaatlichen Entwicklungseinrichtung IGAD hervor.

Untersuchungen vor Ort im Bundesstaat Upper Nile nahe der strategisch wichtigen Stadt Malakal hätten ergeben, dass die von General Johnson Olony geführte Miliz für die Entführungen verantwortlich sei. Unicef schätzt, dass es im Südsudan mehr als 10.000 Kindersoldaten gibt. Die Shilluk-Miliz kämpfte zunächst auf der Seite der Regierung, schloss sich im Mai aber der vom früheren Vizepräsidenten Riek Machar geführten militärischen Opposition an.

Im jüngsten Staat Afrikas brach Ende 2013 wegen der Rivalität zwischen Machar und Präsident Salvaar Kiir erneut ein Bürgerkrieg aus. Zehntausende wurden getötet, zwei Millionen Menschen sind geflohen. Unicef hat gewarnt, dass im Südsudan dieses Jahr 250.000 Kinder vom Hungertod bedroht sind.