Suche nach 'Sewol'-Besitzer: Razzia bei Sekte

11. Juni 2014 - 20:14 Uhr

Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Eigner der südkoreanischen Unglücksfähre 'Sewol' haben Tausende von Polizisten erneut das Gelände einer Sekte durchkämmt. Fünf Mitglieder der Gemeinde seien festgenommen worden, berichtete der südkoreanische Sender KBS. Vier von ihnen stünden im Verdacht, das untergetauchte Oberhaupt der Eignerfamilie, Yoo Byung Eun, vor dem Zugriff der Fahnder zu schützen. Ein Mitglied sei wegen des Versuchs festgenommen worden, die Razzia von mehr als 5000 Bereitschaftspolizisten zu behindern.

Der 73-jährige Yoo gilt als schillernde Figur und eine Art spiritueller Führer der Evangelikalen Baptisten-Kirche, die in Ansong südlich von Seoul ein riesiges Grundstück hat. Außer als Geschäftsmann ist er auch als Fotograf bekanntgeworden. Nach Medienberichten besitzt er Milliarden. Für seine Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Millionen Won (etwa 363 000 Euro) ausgesetzt. Nach Yoo und seinem ältesten Sohn wird landesweit gefahndet. Die Ermittler vermuten, dass Yoo über seine Familie die Reederei der 'Sewol' kontrolliert.

Die Fähre war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Mindestens 292 Menschen kamen ums Leben. Noch immer gelten zwölf Insassen als vermisst.