Suche nach Mirco (11): "Stündlich neue Erkenntnisse"

© dpa, Oliver Berg

21. September 2010 - 12:36 Uhr

Mit Zeitungsanzeige zum entscheidenden Hinweis?

Die Soko 'Mirco' hat auch nach der Auswertung der Luftaufnahmen keine heiße Spur bei der Suche nach dem vermissten Jungen (11). Alle Hoffnungen ruhen auf Hinweisen aus der Bevölkerung und möglichen DNA-Spuren an den gefundenen Kleidungsstücken.

Nachdem die Auswertung der Aufnahmen von zwei Aufklärungsjets der Bundeswehr erfolglos geblieben war, konzentriere sich die Ermittlungsarbeit auf die Analyse von Zeugenaussagen. Dabei gewännen die Ermittler "stündlich neue Erkenntnisse". "Das ist jetzt eine Geduldsgeschichte", sagte Polizeisprecher Willy Theveßen.

Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige haben die Ermittler die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. In einem Anzeigenblatt, das im rheinischen Viersen und Umgebung an mehr als 100.000 Haushalte verteilt wird, sucht die 'Soko Mirco' nach weiteren Zeugen. "Wahrscheinlich werden wir am Abend weit über 1.700 Hinweise haben", so Theveßen.

Hinweise durch DNA-Spuren an der Kleidung?

An dem Parkplatz, an dem eine Passantin die Jogginghose des Jungen gefunden hatte, stellten die Fahnder einen beleuchteten Schaukasten mit aktuellen Informationen und Fahndungsaufrufen auf.

Der Platz habe sich in den vergangenen Tagen zu einer Art Pilgerstätte entwickelt, an der Menschen Blumen und Botschaften niederlegen und Kerzen aufstellen, sagte Theveßen weiter. "Wir wollen diese Menschen ermutigen, uns Hinweise jeglicher Art zu geben." Wahrscheinlich werde demnächst auch ein Briefkasten neben dem Schaukasten aufgestellt. "Vielleicht kriegen wir so noch den ein oder anderen wichtigen Hinweis", sagte Theveßen. Bislang sind mehr als 1.400 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Darunter seien einige "sehr interessante", sagte der Polizeisprecher. Details wollte er nicht preisgeben.

Hinweise auf einen möglichen Täter könnten auch fremde DNA-Spuren an den Kleidungsstücken des Jungen geben. Zum Stand der Untersuchungen wollte sich der Polizeisprecher ebenfalls nicht äußern: "Wenn wir DNA-Spuren finden, wird das der Täter als erstes von uns erfahren."