Suche nach April Jones (5) geht weiter - Verdächtiger bald wieder auf freiem Fuß?

10. Februar 2016 - 18:33 Uhr

April leidet an Kinderlähmung

2.500 Anrufe bei der Polizei, öffentliche Hilfsaufrufe über soziale Netzwerke wie Facebook, Plakate, Suchaktionen - doch die kleine April bleibt weiter spurlos verschwunden. Seit Montag suchen Hundertschaften der Polizei rund um den walisischen Ort Machynlleth nach der 5-Jährige. Mit jeder Stunde sinkt die Chance, das Mädchen lebend zu finden, auch weil April an einer seltenen Nerven-und Muskelkrankheit leidet und deshalb dringend ihre Medikamente braucht.

April Jones, Mark Bridger, Wales
Ermittler der Spurensicherung suchen im Haus von Mark Bridger nach verwertbaren Spuren.
© REUTERS, REBECCA NADEN

Sogar der britische Premier David Cameron hat sich jetzt in den Fall eingeschaltet. In einem sehr persönlichen Aufruf im britischen Fernsehen bat er die Bevölkerung um Hinweise. "Fakt ist, dass sie (April) an Kinderlähmung leidet, das kenne ich von meinen eigenen Kinder, das macht es nur schlimmer. Hier ist mein Appell an alle: Wenn Sie irgendetwas wissen oder gehört haben, irgendeine Idee haben, die uns weiterbringt, melden Sie sich bei der Polizei."

Der 46-jährige Mark Bridger, der sich seit Dienstag in Polizeigewahrsam befindet, weiß vielleicht sogar, was mit April passiert ist, doch er schweigt. Zeugen hatten beobachtetet, wie das kleine Mädchen am Montagabend offenbar in Bridgers blauen Landrover stieg. Danach wurde sie nicht mehr gesehen.

Für die Polizei ist der 46-Jährige, der auch als Freund der Familie gilt, der mögliche Entführer - es fehlt allein an den Beweisen. Und diese werden dringend benötigt, ansonsten muss die Polizei Bridger heute um 17 Uhr entlassen. Profiler der Polizei untersuchen seit zwei Tagen das Anwesen Bridgers und hoffen dort Spuren zu finden, die Aufschluss über Aprils Aufenthaltsort liefern - doch bisher vergebens.