Nach schwerem Sturz bei Polen-Rundfahrt

Zustand von Radprofi Jakobsen "ernst, aber stabil"

06. August 2020 - 21:03 Uhr

Renndirektor "etwas erleichtert"

Der bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzte Radprofi Fabio Jakobsen befindet sich nach Angaben des Renndirektors in einem ernsten, aber stabilen Zustand. "Nachdem wir den Sturz gesehen haben, haben wir das Schlimmste befürchtet, aber jetzt wissen wir, dass die Situation ernst, aber stabil ist", wurde Czeslaw Lang nach einem Besuch im Krankenhaus in einer Mitteilung der Veranstalter des Rennens zitiert. "Nachdem ich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen habe, bin ich etwas erleichtert."

Sprint-Rivale drängte Jakobsen ins Absperrgitter

Jakobsens Team Deceuninck-Quick Step teilte mit, die Ärzte hätten bei ersten Untersuchungen keine Verletzungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule festgestellt. Aufgrund der Schwere seiner zahlreichen Verletzungen befinde sich der 23-jährige Niederländer aber im künstlichen Koma und müsse in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden.

Jakobsen war am Mittwoch bei der Polen-Rundfahrt im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und reglos liegengeblieben. Sein Landsmann Dylan Groenewegen hatte ihn im Kampf um den Sieg abgedrängt.

Ein bei dem Unfall ebenfalls schwer am Kopf verletzte Mitarbeiter sei wieder bei Bewusstsein und ebenfalls in einem "stabilen Zustand", teilten die Renn-Organisatoren mit.

"Dummer Bergab-Sprint" - Geschke sauer auf Veranstalter

Der deutsche Radprofi Simon Geschke kritisierte die Veranstalter der Polen-Rundfahrt scharf. "Jedes Jahr derselbe dumme Bergab-Sprint bei der Polen-Rundfahrt. Jedes Jahr frage ich mich, warum die Organisatoren denken, das sei eine gute Idee", twitterte der 34-Jährige: "Massensprints sind gefährlich genug, man braucht kein Bergab-Finale mit 80 km/h."

RTL.de/dpa