Wind nimmt Fahrt auf

Sturmflut an der Ostsee

01. April 2020 - 14:39 Uhr

Wellen wie an der Nordsee

Überspülte Seebrücken, im Wasser stehende Autos und überflutete Straßen - die deutsche Ostseeküste von Flensburg bis Greifswald ist am Sonntag von einer Sturmflut getroffen worden.

In den kommenden Tagen frischt der Wind an der Ostsee wieder auf. Eine größere Sturmflut ist aber wohl nicht zu erwarten. Der Wind kommt meist von der falschen Seite und bläst vorwiegend aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen. 

Autos im Wasser

In Flensburg liefen einige Innenstadtstraßen in Hafennähe voll. Sie mussten gesperrt werden. Autofahrer, die ihre Fahrzeuge zu nah am Wasser geparkt hatten, wurden unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen auf die Situation hingewiesen. Nicht alle schafften es jedoch rechtzeitig, ihre Autos zu entfernen.

Auch in Kiel, Wismar, Rostock und Lübeck trat das Wasser nach Polizeiangaben teilweise über die Ufer und überschwemmte Straßen. In Burgstaaken auf Fehmarn hatte sich eine Jacht losgerissen. Auch in Kiel haben sich im Sporthafen einige Boote gelöst.

Der Strand in Scharbeutz ist ueberfluetet. Sturmflut an der Ostsee, 29.03.20 Scharbeutz Schleswig-Holstein Germany *** The beach in Scharbeutz is flooded Storm tide at the Baltic Sea, 29 03 20 Scharbeutz Schleswig Holstein Germany Copyright: xAgentur
Der Strand in Scharbeutz ist überflutet. Sturmflut an der Ostsee, 29.03.20
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Wasser bis kurz vor den Dünen

In Warnemünde drückte die Sturmflut die Ostsee an manchen Stellen bis kurz vor die Dünen. Für knapp 20 Kite-Surfer, die sich hier aufs Wasser wagten, schufen Wind und Wellen bei Sonne vermutlich ideale Bedingungen. In Scharbeutz oder Haffkrug an der Lübecker Bucht stieg das Wasser ebenfalls bis kurz vor die Dünen.

An vielen Orten wie Flensburg, Kiel, Travemünde und Wismar wurden nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) am späten Vormittag Werte von mehr als 1,40 Metern über dem mittlerem Wasserstand gemessen. In Greifswald wurden 1,31 Meter und in Warnemünde 1,16 Meter über dem mittleren Wasserstand gemessen. In Lübeck lag der Wert sogar bei 1,57 Metern.

Von einer Sturmflut an der deutschen Ostseeküste spricht man bei einem Pegel von 1,00 bis 1,25 Metern über dem mittleren Wasserstand. Bei Werten von 1,25 bis 1,50 Metern ist es eine mittlere Sturmflut. Schwere Sturmfluten haben einen Pegel von 1,50 bis 2,00 Meter über mittlerem Wasserstand und sehr schwere Sturmfluten von mehr als 2,00 Metern. Zum Vergleich: An der Nordsee ist erst bei einem Pegelstand von 1,50 Metern über dem mittleren Hochwasser überhaupt von einer Sturmflut die Rede.