Video von Bord des "Horrorflugs" von Madrid nach Amsterdam

Wegen Sturmtief Sabine: Pilot versucht fünfmal zu landen - und kehrt dann um

11. Februar 2020 - 11:08 Uhr

Im Video: Frau schreit panisch während starker Turbulenzen im Landeanflug

In ganz Europa hat der Sturm Sabine gewütet - die Deutsche Bahn stellte den kompletten Fernverkehr ein, Hunderte Flüge mussten abgesagt werden. Wohl aus gutem Grund: Auf einem Air-Europa-Flug von Madrid nach Amsterdam waren am Sonntag die Turbulenzen durch den Sturm offenbar so schlimm, dass der Pilot mehrere Landeversuche durchführte - um dann schlussendlich doch wieder nach Madrid zurückzukehren. Das sorgte für große Panik unter den knapp 300 Fluggästen an Bord, wie ein Clip zeigt, den ein Passagier im Internet veröffentlichte. Die erschreckenden Szenen sehen Sie im Video oben.

Screenshot Flugroute Madrid Amsterdam
Beim Portal "Flightradar24" war deutlich die Route des Flugzeugs zu sehen - inklusive mehrmaligem Kreisen über Amsterdam.
© Flightradar24

Passagier: "Wir sind 150 Meter über der Landebahn wieder gestartet"

Auf dem Video, das Passagier Mark Haagen im Internet veröffentlichte, ist deutlich zu sehen, wie sehr das Flugzeug wackelt. Außerdem ist zu hören, wie eine Frau weint und schreit, hörbar Angst um ihr Leben hat. Ansonsten ist es in der Maschine außergwöhnlich still. 

Wie die niederländischen Plattformen "RTL Nieuws" und "AD" berichten, soll der Pilot insgesamt fünfmal zur Landung angesetzt haben. "Die Turbulenzen über Schiphol (Flughafen in Amsterdam, Anmerkung der Redaktion) waren enorm. Der Pilot hat die Landung im allerletzten Moment wirklich zweimal abgebrochen. Wir sind 150 Meter über der Landebahn wieder gestartet", sagte Mark Haagen nach der Landung im Interview mit "RTL Nieuws". An Bord sei es dunkel gewesen, die Leute hätten geschrien und sich übergeben. Das Gepäck sei hin- und hergeflogen, alles habe vibriert.

Pilot landet das Flugzeug während Sturm Sabine schließlich sicher wieder in Madrid

Saranda Adriana, eine andere Passagierin, sagte gegenüber "AD", dass die Turbulenzen nicht so schlimm gewesen seien - obwohl sie Flugangst habe. Allerdings habe man von der Besatzung kaum etwas erfahren, auch aus dem Cockpit sei nichts kommuniziert worden. Trotzdem sei es gut, dass die Crew sich für eine Umkehr entschieden habe - immerhin seien alle sicher wieder gelandet, wenn auch in Madrid. Mittlerweile sind wohl die meisten Passagiere, darunter auch Mark Haagen und Saranda Adriana, in den Niederlanden angekommen, wie die beiden auf Twitter posteten.

Die Airline selbst sagte der "Daily Mail" zu dem Vorfall: "Der Flug konnte wegen schlechten Wetterverhältnissen nicht in Amsterdam landen und musste nach Madrid zurückkehren. Die Fluggäste wurden zu jeder Zeit betreut und in Hotels untergebracht. Unsere Mitarbeiter haben sich am nächsten Tag darum gekümmert, dass alle ans Ziel kommen."