„Ich dachte, dass ich sterben würde“

Sturm auf Kapitol in Washington: Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez fürchtete um ihr Leben

14. Januar 2021 - 15:35 Uhr

Alexandria Ocasio-Cortez hatte Todesangst

Als Anhänger des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump am 6. Januar das Kapitol in der US-Hauptstadt Washington stürmten, hatte die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez Todesangst. Das erzählte sie ihren Followern in einem Live-Video auf Instagram. "Ich kann sagen, dass ich eine ziemlich bedrohliche Begegnung hatte, in der ich dachte, dass ich sterben würde", berichtet sie.

Sturm auf das Kapitol in Washington
Beim Sturm auf das US-Kapitol konnten die Abgeordneten in letzter Minute in Sicherheit gebracht werden, bevor sie auf die Randalierer trafen.
© dpa, Manuel Balce Ceneta, MC pat jai nwi

Sturm auf das Kapitol war "extrem traumatisierend" für Abgeordnete

Unterstützer des abgewählten Präsidenten drangen gewaltsam in das Kongressgebäude ein, die laufende Sitzung musste unterbrochen werden. Die Abgeordneten konnten gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden – mitten unter ihnen auch Ocasio-Cortez. Die 31-Jährige sitzt für den 14. Kongresswahlbezirk New York im Repräsentantenhaus und gilt als scharfe Kritikerin Trumps. Als dessen Anhänger, die teilweise radikalen Gruppierungen wie den "White Supremacists" oder "QAnon" angehören, das Gebäude stürmten, wusste die Abgeordnete, dass sie in Gefahr ist.

"Mittwoch war eine extrem traumatisierende Erfahrung", berichtet sie in dem Video. Viele Abgeordnete seien nur knapp mit dem Leben davongekommen. "Und es ist keine Übertreibung zu sagen, dass viele, viele Abgeordnete beinahe ermordet worden wären", betont Ocasio-Cortez. Ihre Rettung sei nur eine Frage von Minuten gewesen. Viele seien nur mit sehr viel Glück unbeschadet entkommen.

Auch im Sicherheitsbereich hatte Ocasio-Cortez weiter Angst, entdeckt zu werden

Aus Sicherheitsgründen dürfe sie keine Details zum genauen Ablauf der Evakuierung verraten, sagt die Abgeordnete. Aber auch Sie habe eine Begegnung gehabt, in der sie dachte, dass sie sie nicht überleben werde. Zum Glück konnte auch die 31-Jährige sich schließlich in einen gesonderten Bereich retten, sodass sie nicht in die Hände des wütenden Mobs geriet, der randalierend durchs Gebäude zog.

Doch selbst dann habe sie sich nicht sicher gefühlt, erzählt Ocasio-Cortez. Unter den Abgeordneten, die mit ihr zusammen aus der gefährlichen Zone gebracht wurden, seien auch Unterstützer der "White Supremacists"-Bewegung gewesen. Die Demokratin befürchtete, dass sie ihren geheimen Aufenthaltsort an die Randalierer verraten könnten. Sie fürchtete, verletzt oder entführt zu werden, oder noch Schlimmeres.

Sturm auf Kapitol in Washington
Randalierer stürmen das Kapitol in Washington.
© imago images/Pacific Press Agency, Lev Radin via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Donald Trump ist für Ocasio-Cortez ein "Verräter"

Die Abgeordnete macht Noch-Präsident Trump für die Ausschreitungen rund um das Kapitol verantwortlich. Er soll seine Anhänger angestachelt haben, weil er seine Wahlniederlage nicht akzeptieren wollte. Ocasio-Cortez bezeichnete Trump in ihrem Instagram-Video darum als "Verräter". "Ich glaube nicht, dass man das anders sagen kann", erklärte sie. Gegen Trump wurde inzwischen ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet.