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Sturm auf das Kapitol: Amerikanische Sportstars kritisieren Polizei

Basketballer knien aus Protest vor Spiel

Amerikanische Sportstars kritisieren Polizei nach Kapitol-Sturm

Klare Worte von US-Sportlern

Amerikanische Sportler haben den Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington und die nur schwache Reaktion der Polizei auf die Krawalle scharf verurteilt. Die Basketball-Profis der Boston Celtics um den deutschen Nationalspieler Daniel Theis und von Vizemeister Miami Heat knieten beim Abspielen der Nationalhymne vor der Partie, Superstars wie Fußball-Nationalspielerin Megan Rapinoe und Turnerin Simone Biles meldeten sich mit eindrücklichen Nachrichten in den sozialen Medien zu Wort.

Spieler veröffentlichen gemeinsame Stellungnahme

Einmal mehr war der Sport in den USA nur noch Nebensache: Vor dem NBA-Duell zwischen Boston und Miami gingen die Basketball-Profis auf die Knie, wollten ihrem Protest so Ausdruck verleihen. Zudem veröffentlichten die Spieler eine gemeinsame Stellungnahme. „2021 ist ein neues Jahr, aber einiges hat sich nicht verändert“, beginnt das Statement. Man werde spielen, um den Menschen Freude zu bringen, wolle aber zu Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht schwiegen.

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Die Spieler prangerten an, dass die Polizei den Protesten der Trump-Anhänger nur wenig entgegensetzten – während es im Frühling 2020 bei den Demonstrationen zu „Black Lives Matter“ große Polizeiaufgebote gegeben habe.

„Der drastische Unterschied zwischen dem Weg, wie Demonstranten im vergangenen Frühjahr und Sommer behandelt wurden, und der Ermunterung für die Demonstranten heute, die illegal gehandelt haben, zeigt, wie viel mehr Arbeit wir zu erledigen haben“, schrieben die Spieler.

„Ein trauriger Tag für jeden“

Auch bei anderen NBA-Spielen kam es zu Zeichen des Protests. Die Spieler der Milwaukee Bucks und der Detroit Pistons gingen nach dem Sprungball auf ein Knie und wiederholten die Geste nach dem Wechsel des Ballbesitzes ein zweites Mal. Die Phoenix Suns und die Toronto Raptors hakten sich bei der Hymne in einem großen Kreis unter, vor dem Duell der Golden State Warriors mit den Los Angeles Clippers gingen die Teams ebenfalls auf ein Knie.

„Können Sie sich heute vorstellen, was passiert wäre, wenn das alles Schwarze gewesen wären, die das Kapitol gestürmt hätten?“, fragte Doc Rivers, Trainer der Philadelphia 76er. „Keine Polizeihunde, die gegen Menschen eingesetzt wurden, keine Schlagstöcke, die Menschen treffen. Leute, die friedlich aus dem Kapitol eskortiert werden. Also zeigt das, dass man eine Menge auch friedlich auflösen kann.“

Der Trainer der Orlando Magic, Steve Clifford, sagte: „Unser Land wird in der ganzen Welt ausgelacht. Angefangen damit, wie wir mit der Pandemie umgegangen sind, bis zu dem jetzt.“ Es sei „ein trauriger Tag“ für jeden in den USA.

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Kritik auch von Rapinoe & Biles

Auch andere amerikanische Sportstars meldeten sich mit deutlichen Worten. Fußballerin Megan Rapinoe bezeichnete die Trump-Anhänger, die das Kapitol stürmten, als „Terroristen“, auch Turnerin Simone Biles teilte mehrere Tweets, die das Verhalten der Sicherheitskräfte im Vergleich zu deren Umgang mit den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt kritisierten. Sie sei angewidert, traurig, sauer und sprachlos, aber nicht überrascht, über die Vorgänge, so Biles in einem Posting.

Der Quarterback der Seattle Seahawks, Russell Wilson, appellierte, die USA „müssten als Nation zusammenkommen“.

RTL/dpa