Ausschreitungen am Wochenende befürchtet

"Sturm auf Berlin": Im Netz wird zu Protesten gegen die Corona-Politik aufgerufen

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26. August 2020 - 18:51 Uhr

Nach dem Demo-Verbot formiert sich Widerstand

Nach dem Verbot der geplanten Berliner Großdemos gegen die Corona-Politik mehren sich im Internet Aufrufe, am kommenden Wochenende trotzdem in die Hauptstadt zu reisen und zu protestieren. Teilweise wurde dabei Gewalt und politischer Umsturz gefordert. "Die extremeren Kräfte pochen gerade darauf, die Demonstration durchzuführen", sagte der Politikwissenschaftler Josef Holnburger am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Unser Bild zeigt einen der Aufrufe in Social Media.

Geisel rechnet mit Ausschreitungen

Dort wird selbst vor Gewalt nicht zurückgeschreckt. Auch Waffen seien ab jetzt zur Gegenwehr erlaubt, hieß es etwa im Messenger-Dienst Telegram. Es wird zum "Sturm auf Berlin" angestachelt, rechtsextreme Influencer rufen zu Reisen in die Hauptstadt auf. Es gebe die Stimmung: "Jetzt erst recht!", so Holnburger. Auch Musiker Xavier Naidoo ist mit dabei und sagt in einem Video, dass er und seine Anhänger sich nichts verbieten lassen würden.

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Weil mit Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung gerechnet wird, machte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch die Absage der geplanten Demonstrationen bekannt. Kurz darauf mobilisierten viele in sozialen Medien. "Das derzeitige Verbot wird die moderateren Kräfte eher abhalten nach Berlin zu kommen, die radikaleren nicht", erklärte der Wissenschaftler.

Er rechnet damit, dass es zu Ausschreitungen kommen könne. Solche waren auch bereits vor dem Verbot angekündigt worden. Rechtsextreme wie die Partei "Der III. Weg" und die Identitäre Bewegung riefen spätestens seit den vergangenen Protesten in Berlin ihre Anhänger zu einer Teilnahme an der Nachfolgeveranstaltung auf.