Ein Todesfall und mehrere Verletzte in Frankreich

Sturm am Mittelmeer: Der „Mistral“ weht kräftig

14. Dezember 2019 - 10:10 Uhr

Es stürmt am Mittelmeer. In Frankreich erreichten die Windgeschwindigkeiten teils Rekordniveau. Umstürzende Bäume verursachten Unfälle. Auch Italien und Griechenland werden getroffen.

Es ist eine klassiche Wetterlage: Hochdruck über den Azoren und ein Tief bei Italien. Dazwischen pfeifft der Wind. Zunächst durch's Rhonetal in Frankreich bis zum Mittelmeer. Diesen Wind nennt man "Mistral". Die ungestüme Luftströmung erreicht danach Korsika und den Süden Italiens.

13.12.2019, Frankreich, Ascain: Ein umgestürzter Baum liegt auf einem Auto. Heftige Sturmböen haben den Südwesten Frankreichs und die Mittelmeerinsel Korsika getroffen. Mehrere Départements wurden wegen der Stürme in erhöhte Alarmbereitschaft versetz
13.12.2019, Frankreich, Ascain: Ein umgestürzter Baum liegt auf einem Auto.
© dpa, Bob Edme, mka

Ein Todesfall und mehrere Verletzte in Frankreich

Heftige Sturmböen haben den Südwesten Frankreichs und die Mittelmeerinsel Korsika getroffen. In der Gemeinde Ilharre im Département Pyrénées-Atlantiques kam ein Mann ums Leben. Der Mann sei mit seinem Auto gegen einen auf die Straße gestürzten Baum gefahren, berichtete der Nachrichtensender Franceinfo.

Insgesamt fünf Menschen erlitten demnach Verletzungen, als in den Départements Lot-et-Garonne und Landes mehrere Bäume auf Fahrzeuge gestürzt waren.

Der Wind erreichte am Freitag eine Geschwindigkeit von bis zu 142 Kilometern pro Stunde. Auf Korsika wurden bis zu 175 Kilometer pro Stunde verzeichnet. An manchen Messstationen waren neue Höchstwerte gemessen worden. Mehrere Départements wurden wegen der Stürme in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. An der Küste im Südwesten des Landes wurde vor Überflutung gewarnt. Aus Sicherheitsgründen wurden in mehreren Gemeinden auch Bewohner evakuiert.

Am Freitagabend sind rund 70.000 Haushalte im Südwesten wegen der Sturmböen ohne Strom gewesen.

MistralIllustration
Ein Tief bei Genua und ein Hoch über dem Atlantik. Das ist die Ausgangslage für den „Mistral“.

Am Freitag und in der Nacht auf Samstag erreicht der Wind volle Sturmstärke im Mittelmeerraum. Dabei werden von der Provence, Sardinien und Korsika über Süditalien bis nach Griechenland verbreitet schwere Sturmböen um 100 Km/h (auf See und in höheren Lagen Orkanböen um 120 Km/h) erwartet.

Auf den Gipfeln der Berge auf Sardinien und Sizilien dürften sogar extreme Orkanböen über 140 km/h auftreten.

Regen und Schnee kommen noch dazu

Von Italien über Slowenien bis nach Griechenland kommen teils noch kräftige Niederschläge dazu. Die Mengen liegen zwischen 50 und 100 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden. Auf den Bergen fallen diese Mengen teils als Schnee.

Ab Sonntag kehrt wieder Ruhe ein

In der nächsten Woche sieht es im Mittelmeer aber schon wieder ganz anders aus: Hochdruck vertreibt die Wolken und warme Temperaturen gibt's obendrein.

Quelle: Mit Material vom Deutschen Wetterdienst (DWD)