Achtung Couch-Potatoes!

Forscher warnen: Auch an Weihnachten kurz spazieren gehen, sonst schwinden Muskeln und Knochen

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13. Dezember 2019 - 9:22 Uhr

Neue Studie zeigt Folgen von Bewegungsmangel

Ach wie schön: Bald ist Weihnachten und wir können es uns zu Hause so richtig gemütlich machen. Draußen ist es vermutlich dunkel, kalt und nass, drinnen dagegen locken die Couch, leckeres Essen, Glühwein und Weihnachtsfilme. Aber Achtung: Wenigstens ein kurzer Spaziergang am Tag ist enorm wichtig, warnen Forscher der Uni Liverpool. Denn wie sie jetzt herausgefunden haben, schaden schon zwei Wochen mit Bewegungsmangel unserer Gesundheit erheblich! Wir werden dicker, die Muskeln werden schwächer und die Knochendichte nimmt ab. Besonders Menschen über 50 sind gefährdet.

Was passiert, wenn wir nur 1.500 Schritte am Tag laufen

Die englischen Wissenschaftler hatten für ihre jetzt veröffentlichte Studie zwei Altersgruppen untersucht: 18- bis 45-Jährige und 50- bis 70-Jährige. An den ersten vier Tagen der Testphase sollten die Probanden 10.000 Schritte pro Tag laufen, das lieferte den Vergleichswert für später. Davon abgesehen machten die Teilnehmer aber keinen Sport.

Phase zwei - der eigentliche Test - dauerte 14 Tage. In dieser Zeit liefen die Probanden nur etwa 1.500 Schritte pro Tag. Die Ernährung war in beiden Phasen aber identisch.

Erschreckende Folgen

Das Ergebnis war erschreckend: Bereits diese relativ kurze Zeit des Nichtstuns hatte deutlich messbare Auswirkungen auf den Körper!

  • Sowohl die jüngeren als auch die älteren Teilnehmer nahmen zu: Die jüngeren im Schnitt 430 Gramm, was einem Körperfettanstieg von 2,7 Prozent entspricht. Die älteren im Schnitt um 170 Gramm, ein Körperfettanstieg um ein Prozent
  • Bei sämtlichen Teilnehmern hatte sich Muskelmasse abgebaut, sie waren also schwächer geworden. Auch die Knochendichte hatte abgenommen. "Eigentlich hatten wir erwartet, dass es bei den älteren Leuten mehr sein wird als bei den jüngeren", sagt Juliette Norman, Mitautorin der Studie. "Es war dann aber umgekehrt. Allerdings hatten die Älteren von vorneherein weniger Muskeln, deswegen ist der Rückgang für sie gefährlicher."
  • Bei den älteren Probanden gab es außerdem einen weiteren besorgniserregenden Effekt: Die Herz-Lungen-Fitness hatte sich in den zwei Wochen verschlechtert, also die Zusammenarbeit von Herz und Lunge bei körperlicher Aktivität. Ist diese Fitness dauerhaft schlecht, können Herzkrankheiten und Diabetes die Folge sein.

Und jetzt kommt noch die Weihnachtsgans

Solche Phasen des Nichtstuns erleben wir alle wohl immer wieder mal - zum Beispiel wenn das Wetter draußen schlecht ist oder wenn wir krank sind. Rund um Weihnachten ist die Faulheit aber besonders gefährlich, denn dann kommt auch noch das leckere, aber kalorienreiche Festtagsessen dazu: Weihnachtsgans, Klöße, Plätzchen und Punsch. Wenn zu dem Bewegungsmangel auch noch das ungesunde Essen kommt, nehmen wir mindestens doppelt so viel zu, schätzen die englischen Forscher.

"Sie müssen ja nicht gleich ins Fitnessstudio gehen", beruhigt Juliette Norman. "Vermeiden Sie einfach, an den Feiertagen lange zu sitzen. Bewegen Sie sich zwischendurch, und wenn es nur ein zehnminütiger Spaziergang am Tag ist."

Im Idealfall sollte jeder 10.000 Schritte am Tag machen, um Muskelschwund und Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Aber das können wir dann ja nach den gemütlichen Weihnachtstagen angehen.