Studie zu psychischen Folgen der Corona-Pandemie

Eine Frau mit Mundschutz geht durch die Innenstadt von Saarbrücken zum Einkaufen. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild
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23. März 2020 - 14:41 Uhr

Forscher der Universität des Saarlandes wollen die psychischen und sozialen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie untersucht. Für eine Studie mit dem Titel "Alles anders?" sucht die Fachrichtung Psychologie bundesweit Teilnehmer, die wöchentlich in Fragebögen dokumentieren, wie sich die Corona-Krise auf ihren Alltag und ihr Wohlbefinden auswirkt.

"Ich glaube, dass wir im Verlauf der Studie sehen werden, dass sich die Menschen mehr auf das Wesentliche besinnen und auf die sozialen Beziehungen achten, die im Arbeitsalltag natürlich oft verloren gehen, wenn man immer von A nach B rennt", sagte Forschungsgruppenleiterin Dorota Reis der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

In der Studie geht es darum, was die Menschen in dieser Krisensituation beschäftigt, wie sie ihren Alltag bewältigen und wie sich die Beziehungen zu ihren Mitmenschen verändern. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, besser zu verstehen, was sich ändert, wenn das private Leben durch ein globales Ereignis auf den Kopf gestellt werde. Laut Reis werden so viel wie möglich Studienteilnehmer aller Bevölkerungsschichten ab 18 Jahren gesucht. Sie sollen über mehrere Wochen begleitet werden. "Hoffentlich auch ein bisschen bei der Rückkehr zur Normalität", sagte sie.

Der Zeitaufwand beträgt nach ihren Angaben beim ersten Fragebogen rund 20 Minuten, danach wöchentlich rund 12 Minuten. Es sei jedoch nicht zwingend erforderlich, an jeder Befragung teilzunehmen. Die Teilnehmer können auch pausieren oder jederzeit aussteigen. Die Fragebögen werden von zu Hause aus am Computer oder auf dem Smartphone ausgefüllt. Alle, die mindestens vier Befragungen beantwortet haben, können auf Wunsch eine schriftliche individuelle Auswertung ihrer Daten erhalten.

Quelle: DPA