Studie zeigt: So kriminell sind Flüchtlinge wirklich

3. Januar 2018 - 11:38 Uhr

Flüchtlingskriminalität hat zugenommen

Ist die Zahl der Gewalttaten angestiegen, seit vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind? Mit dieser Frage hat sich ein Forscherteam um den niedersächsischen Kriminologen Christian Pfeiffer beschäftigt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die polizeilich registrierten Gewaltdelikte in Niedersachsen zwischen 2014 und 2016 tatsächlich um 10,2 Prozent zugenommen haben.

Taten von Flüchtlingen werden öfter angezeigt

Vor dem Flüchtlingszuzug sank die Zahl der Gewalttaten in Niedersachsen, danach stieg sie plötzlich wieder. Für 92,1 Prozent dieser Zunahme sind Flüchtlinge verantwortlich. Die Kriminologen gehen davon aus, dass etwa jede achte Tat auf ihr Konto geht. Woran liegt das?

Diese Entwicklung sei nicht weiter verwunderlich, weil es sich bei der Mehrheit der Zugezogenen um junge Männer zwischen 14 und 30 Jahren handele. Diese Altersgruppe sei gewaltbereiter und wird häufiger straffällig als der Durchschnitt. Außerdem würden von Flüchtlingen verübte Taten mindestens doppelt so oft angezeigt wie die von deutschen Tätern.

Opfer sind oft selber Flüchtlinge

Kriminologe Christian Pfeiffer
Ein Forscherteam um den niedersächsischen Kriminologen Christian Pfeiffer hat den Zusammenhang zwischen Gewalttaten und dem Zuzug von Flüchtlingen untersucht.
© dpa, Ole Spata, ole fdt jol gfh

Die meisten Taten gehen auf das Konto von Asylbewerbern aus Nordafrika – wahrscheinlich, weil die genau wissen, dass sie kaum eine Chance auf ein Bleiberecht haben. Menschen aus dem Irak, Syrien oder Afghanistan, die bessere Chancen haben, als Flüchtlinge anerkannt zu werden, fallen kaum durch Straftaten auf.

Aus der Statistik geht außerdem hervor: Wenn der Täter ein Flüchtling ist, kommt das Opfer meist nicht aus Deutschland. Bei 90 Prozent der Tötungsdelikte, in denen Flüchtlinge als Verdächtige ermittelt wurden, waren andere Flüchtlinge oder Ausländer Opfer.

Was kann man gegen Flüchtlingskriminalität tun?

Das hängt aus Sicht der Forscher auch damit zusammen, wie die Flüchtlinge untergebracht sind. Wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache und Religion in Massenunterkünften auf engstem Raum zusammengepfercht werden, führt das zwangsläufig zu Konflikte. Vor allem, weil die Flüchtlinge häufig in Männergruppen ohne weibliche Bezugspersonen wie Partnerin, Mutter oder Schwester zusammenleben. "Überall wirkt sich negativ aus: der Mangel an Frauen", sagt Kriminologe Pfeiffer dazu. Das Erhöhe die Gefahr, dass sich Jugendliche und junge Männer an "gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen orientieren".

Um das Problem zu lösen, halten die Forscher es für sinnvoll, mehr in Prävention von Straftaten zu investieren, beispielsweise durch Angebote wie etwa Sprachkurse, Sport und Praktika oder durch bessere Betreuung für jüngere Flüchtlinge. Pfeiffer hält auch die Idee des Familiennachzugs für "nicht dumm". Auch ein Einwanderungsgesetz, das klar regelt, unter welchen Bedingungen Ausländer eingebürgert werden können, schafft aus Sicht der Forscher zusätzliche Anreize, sich an die hier geltenden Regeln zu halten und sich zu integrieren.