Inzwischen verbreitetste Form des Virus

Studie zeigt: Mutierte Corona-Variante ist sogar noch ansteckender

Mutiertes Coronavirus soll noch ansteckender sein.
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06. Juli 2020 - 11:03 Uhr

Infektiöser = gefährlicher?

Noch immer ist unser Alltag stark von der Corona-Pandemie geprägt. Gebannt ist das Virus noch lange nicht. Und wie andere Viren auch durchläuft Sars-CoV-2 diverse Mutationen. Eine davon – die inzwischen weltweit vorherrschende Variante – soll noch mehr Zellen angreifen als die Ursprungsform. Ist sie damit auch gefährlicher?

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Mutiertes Virus ist inzwischen weltweit die dominante Form

Dass die Corona-Variante G614 sich besonders erfolgreich ausbreitet, bemerkten Wissenschaftler bereits im April. Nun zeigt auch eine darauf aufbauende Studie, dass die neue Form mit einer Mutation des sogenannten Spike-Proteins, mit dem das Coronavirus an menschliche Zellen andockt, ansteckender ist und sich immer mehr verbreitet. "Auf der ganzen Welt wurde die Variante, auch wenn es lokal viele Fälle der originalen Form gab, sobald sie erstmals in einer Region auftrat, die vorherrschende Form", so Bette Korber vom Los Alamos National Laboratory in New Mexico, die gemeinsam mit der Duke Universität in North Carolina und einer Forschungsgruppe der britischen Universität Sheffield für die Studie verantwortlich ist.

Der Anteil der ursprünglichen Corona-Form (orange) und der G614-Mutation (blau) weltweit im Lauf der Zeit.
Der Anteil der ursprünglichen Corona-Form (orange) und der G614-Mutation (blau) weltweit im Laufe der Zeit.
© Los Alamos National Laboratory

Kein schwererer Krankheitsverlauf

Bei einer Untersuchung von knapp 1.000 Covid-19-Patienten im britischen Sheffield zeigte sich, dass Patienten, die mit der G614-Mutation infiziert waren, durchschnittlich eine höhere Virenlast im Körper trugen. Eine gute Nachricht allerdings: "Die klinischen Daten [...] zeigen, dass es [...] keinen damit zusammenhängenden Anstieg der Schwere des Krankheitsverlaufs gibt", so Professor Erica Ollmann Saphire, die ebenfalls an der Forschung beteiligt war.

Auch die Therapie mit Antikörpern wirkt bei der mutierten Variante ebenso erfolgreich wie bei der ursprünglichen. Gut ist, dass schon jetzt klar ist, dass wir es vorrangig mit der G614-Mutation zu tun haben, sodass die Entwickler eines Impfstoffs sich auf die aggressivere Variante von Corona einstellen können.

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