Studie zeigt: Anteil von Fachkräften unter Afghanen ist besonders groß

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28. Dezember 2017 - 20:14 Uhr

Neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Knapp 60 Prozent der aus wichtigen Asylländern stammenden Beschäftigten arbeiten einer Studie zufolge als Fachkraft. Rund 43 Prozent haben eine Stelle, die mindestens eine zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung erfordert. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die Funke Mediengruppe berichtet.

Nicht alle Beschäftigten aus Asylstaaten sind Flüchtlinge

9,4 Prozent arbeiten der Studie zufolge in Positionen, die in der Regel ein Diplom, einen Master- oder einen Bachelor-Abschluss voraussetzen. Der Anteil derjenigen, die Berufe ausüben, die einen Meister-, Techniker- oder Fachhochschulabschluss verlangen, lag nach den IW-Zahlen dagegen nur bei 4,1 Prozent. Das IW bezieht sich dabei auf inzwischen überholte Basiszahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom März 2017, als die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern noch bei rund 140.000 gelegen hatte.

Ende September waren bereits 195.000 Menschen aus diesen Staaten sozialversicherungspflichtig beschäftigt - rund 75.000 mehr als im September 2016. Nicht alle davon sind allerdings Flüchtlinge. Noch bei der Bekanntgabe der November-Arbeitslosenzahlen hatte Bundesagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker betont, viele derjenigen Flüchtlinge, die inzwischen Arbeit gefunden hätten, übten sogenannte Helfertätigkeiten aus.

Präsident des DIHK fordert Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte

Mit mehr als 50 Prozent sei der Anteil der Fachkräfte unter den Afghanen besonders groß. Künftig dürfte nach Prognosen der IW-Forscher der Anteil der Geflüchteten, die nur einen Job als Helfer finden, aber noch wachsen.

Für 56 Prozent der Unternehmen sei in den aktuellen Umfragen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko. "Das ist ein extrem hoher Wert", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Dieser Wert habe sich seit 2011 mehr als verdreifacht. Bundesweit seien derzeit mehr als eine Million Stellen unbesetzt.

Unter den Asylbewerbern gibt es viele Fachkräfte - und die Wirtschaft hat zu wenige. Schweitzer forderte deshalb ein Zuwanderungsgesetz für die Integration von Fachkräften: "Wir brauchen mehr qualifizierte Zuwanderung in Deutschland. Wir brauchen vor allem mehr Facharbeiter."