Neue Studie veröffentlicht

Sprechen mit Corona-Infizierten ist ansteckender als Husten

Eine neue Corona-Studie zeigt, dass Sprechen ansteckender als Husten sein könnte.
© iStockphoto, jovo

21. Januar 2021 - 11:55 Uhr

Unterschätztes Risiko: Corona-Infektion durch Sprechen

Die britische Coronavirus-Mutation ist mittlerweile auch bei uns angekommen und gilt als extrem ansteckend. Umso wichtiger ist es, sich jetzt verstärkt damit auseinanderzusetzen, wie und in welcher Form es zu Ansteckungen kommt. Forscher von der Universität im britischen Cambridge haben nun eine erstaunliche Entdeckung gemacht: So wie es aussieht, ist es gefährlicher, mit einem Corona-Infizierten zu sprechen, als wenn dieser einmal "kurz" in die Luft hustet, da so über einen längeren Zeitraum hinweg eine höhere Virenlast entsteht.

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Sprechen reicht aus, um gefährliche Menge an Aerosolen zu verbreiten

Die Hygieneregeln der letzten Monate haben uns immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, in Armbeuge zu husten, zu niesen und zu Mitmenschen stets einen Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten. Laut der neuen Publikation im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society A" birgt auch das bloße Sprechen mit anderen Menschen schon die Gefahr einer Infektion, selbst bei Einhaltung eines Abstandes von zwei Metern.

Entscheidend ist die Tatsache, dass bei einem relativ "kurzen" Husten zwar eine größere Virenmenge, dafür aber nur für sehr kurze Zeit verbreitet wird. Beim Sprechen wird eine konstante Menge über einen langen Zeitraum hinweg in einem Raum verteilt, das zeigt die Studie der Briten. Untersucht haben die Strömungsforscher ein kurzes "Husten" und es mit 30 Sekunden Sprache verglichen. Und siehe da: durch bloßes Reden entstehen deutlich mehr Aerosole als durchs Husten. In einer halben Minute sogar ausreichend viele, um eine nichtinifzierte Person anzustecken. Abstand einhalten reicht also nicht (immer) aus.

Lüften wird noch einmal wichtiger

Neben der Erkenntnis, dass auch Sprechen Ansteckpotential besitzt, zeigt die Studie noch einmal, wie extrem wichtig regelmäßiges Lüften in geschlossenen Räumen ist. In ihrer Veröffentlichung geben sie ein konkretes Beispiel: Wird in einem Modell-Raum in einer Stunde einmal gelüftet, besteht eine Chance von zehn bis 20 Prozent, dass sich ein gesunder Mensch an den Aerosolen eines Erkrankten infiziert. Würde in dieser Stunde allerdings zehn mal gelüftet werden, dann würde sich das Infektionsrisiko auf ein Drittel minimieren.

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