Studie warnt: Zu viel Fast Food erhöht das Risiko für Depressionen

© iStockphoto

26. September 2018 - 14:36 Uhr

Pommes in Massen können uns depressiv machen

Currywurst, Burger und das alles am liebsten mit ganz vielen Pommes – lecker! Und doch auch gar nicht so schädlich, oder? Kommt drauf an, sagt nun eine Studie von Forschern aus Großbritannien, Spanien und Australien. Denn zu viel Fast Food kann offenbar das Risiko für Depressionen erhöhen.

Fast Food kann "systematische Entzündung" auslösen

Die Forscher haben 41 frühere Studien auf ihre Zusammenhänge zwischen Ernährung und Depression untersucht. Erschienen ist die Untersuchung nun in der Zeitschrift "Molecular Psychiatry". Das Ergebnis: Lebensmittel, die viel Fett oder Zucker enthalten, können nicht nur zu einer Entzündung des Darms, sondern des gesamten Körpers führen. Eine sogenannte "systematische Entzündung" tritt ein. Die Auswirkungen auf den Körper können dabei ähnlich sein wie beim Rauchen, bei Fettleibigkeit oder Bewegungsmangel.

"Eine schlechte und damit entzündungsfördernde Ernährung kann eine systematische Entzündung auslösen. Dies kann das Risiko für eine Depression unmittelbar erhöhen", sagt Dr. Camille Lassale, die Hauptautorin der Studie. "Chronische Entzündungen können die geistige Gesundheit beeinträchtigen, indem sie entzündliche Moleküle ins Gehirn transportieren. Auch die für die Stimmungsregulation verantwortlichen Moleküle können von den Entzündungen beeinflusst werden."

Gesunde Ernährung verbessert unsere Stimmung

Frau ist Burger alleine im Park.
Zu viel Fast Food kann auf unsere Stimmung schlagen.
© iStockphoto

Damit wirkt sich schlechte Ernährung also nicht nur auf unseren Körper, sondern auch direkt auf unsere Stimmung aus. "Die Chemie im Darm ist der Chemie im Gehirn sehr ähnlich. Es ist also nicht verwunderlich, dass Dinge, die den Darm beeinflussen, auch das Gehirn beeinflussen können", erklärt Dr. Cosmo Hallstrom, Experte für Depressionen.

Gesunde Ernährung könne hingegen eine positive Auswirkung auf unsere Stimmung haben. "Die Studie liefert Beweise dafür, dass eine gesunde Ernährung unsere Stimmung verbessern und uns mehr Energie geben kann. Damit ergänzt die Studie die wachsende Forschung, die zeigt, dass das, was wir essen, einen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit haben kann", sagt auch Prof. Helen Stokes-Lampard, Vorsitzende des Royal College of General Practitioners.

Ernährungsberatung als Teil von Behandlung

Vor allem eine mediterrane Ernährung sei laut der Forscher empfehlenswert für unsere geistige Gesundheit. Wer häufig Fisch, Früchte, Nüsse und Gemüse esse, laufe weniger Gefahr depressiv zu werden.

Also nie wieder Fast Food? Das wohl auch nicht. Auf die Mengen kommt es an - und die Mischung. Die Forscher der Studie plädieren aufgrund ihrer Ergebnisse allerdings dafür, dass eine Ernährungsberatung routinemäßig Teil der Behandlung bei psychischen Problemen werde.