Egal ob Eule oder Lerche

Ständiges Frühaufstehen kann kank machen

Müdigkeit zieht sich durch den ganzen Tag, wenn wir nicht genügend Schalf bekommen.
© picture alliance / dpa Themendie, Monique Wüstenhagen

13. August 2020 - 12:13 Uhr

Frühschichten ähnlich schädlich wie Nachtschichten

Dass Nachtschichten nicht gut für unsere Gesundheit sind, ist unlängst bekannt. Doch jetzt haben Forscher des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) herausgefunden, dass auch Frühschichten zu einem echten Problem werden können – selbst für Menschen, die sich selbst als Frühaufsteher bezeichnen würden.

Frühschichten verursachen Schlafmangel

Problematisch sei ein Arbeitsbeginn zwischen 6 und 7 Uhr morgens, da die Schlafenszeit nicht lang genug sei. Menschen die zwischen diesen Uhrzeiten anfingen zu arbeiten, würden im Durchschnitt auf 6 ½ Stunden Schlaf kommen – das sei nicht genug um langfristig ausgeschlafen zu sein.

Basis der Studie sei eine Befragung von 374 Arbeitnehmern, die in Frühschichten arbeiten. Deren Angaben über Schlafgewohnheiten an Arbeitstagen und auch in freien Zeiten und über Ruhepausen ließen Rückschlüsse auf die Qualität des Schlafes zu. Die innere biologische Uhr, der sogenannte Chronotyp, wurde ebenfalls berücksichtigt.

Chronotyp ist unerheblich

Das Ergebnis: Dauerhafter Schlafmangel betrifft auch Menschen, die in Frühschichten arbeiten, denn "das Risiko, weniger als sieben Stunden Schlaf zu bekommen, steigt um das Vierzehnfache im Vergleich zu Beschäftigten, die später zur Arbeit gehen", erklärt Barbara Hirschwald, Biologin beim IFA, laut Ärzteblatt.

Späte Chronotypen, also Menschen, die sich selbst als Nachteulen klassifizieren würden, schliefen noch weniger als 6 ½ Stunden, wenn sie in Frühschichten arbeiten müssen. Welchem Schlaftyp Sie angehören, können Sie hier herausfinden.

"Die meisten Beschäftigten in Früharbeit, auch die mittleren und frühen Chronotypen, müssen sehr viel früher aufstehen, als es für sie passend und damit gesund wäre", zitiert das Ärzteblatt die Macher der Studie. Beschäftigte, die regelmäßig unter Schlafmangel leiden, haben ein höheres Risiko für Arbeits- und Wegeunfälle.