Studie: Stadtkaninchen leben gern als Singles

Auch das Sozialleben von Kaninchen will erforscht werden.
© dpa, Arne Dedert

16. Februar 2015 - 20:39 Uhr

Es ist fast wie bei den Menschen

In Städten lebt es sich enger als auf dem Land - die Wohnungen sind kleiner, Großfamilien selten. Das gilt wohl auch für Kaninchen. In der Stadt leben viele Wildkaninchen einer Studie zufolge als Singles oder Paare in kleinen Behausungen. Auf dem Land gibt es dagegen mehr Großfamilien in ausgedehnten Bauten, wie Forscher der Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution der Frankfurter Goethe-Universität herausfanden.

Sie haben die Bauten des Europäischen Wildkaninchens (Oryctolagus cuniculus) in der Frankfurter Innenstadt mit Bauten vor der Stadt - in der Wetterau, bei Maintal oder in der Region Darmstadt in Südhessen - verglichen. Auf dem Land lebten bis zu 30 Tiere in Bauten mit 70 bis 80 Öffnungen zusammen, berichtete Doktorandin Madlen Ziege, eine der Autorinnen der Studie. Solche großen Gruppen seien für das Überleben in der Stadt schon aus Platzmangel nicht möglich, aber auch nicht nötig: "Starke Selektionsfaktoren sind in der Stadt milder." Starker Frost oder Futtermangel kämen weniger häufig vor.

Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob und wie sich Land- und Stadtkaninchen unterscheiden, wie gesund die Tiere sind und wie sie wandern. In Frankfurt leben nach Schätzungen mehrere Tausend Kaninchen in Grünanlagen und Parks. "Die Frage ist: wo kommen sie her?", sagte Ziege: "Sind sie zugewandert oder waren sie schon immer da?"