Lange Strecken sind schwierig

Studie: Lungenschäden bei Corona-Patienten - noch drei Monate nach Erkrankung

Coronavirus - China
© dpa, Andy Wong, AW fgj

07. August 2020 - 17:09 Uhr

Patienten fehle es an Energie

Seit einigen Tagen steigen weltweit wieder die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus, auch in Deutschland. China vermeldet sogar den höchsten Anstieg seit drei Monaten. Ärzte und Wissenschaftler sind zunehmend in Sorge, denn neue Studien zeigen, dass es bei Erkrankten zu Folgeschäden kommen kann. So auch eine Untersuchung aus Wuhan, über die die Times berichtet: Die überwiegende Mehrheit der Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation in Wuhan, der Quelle der Coronavirus-Pandemie, behandelt wurden, leidet drei Monate nach ihrer Entlassung immer noch an schwächenden Lungenschäden. Die Forschung von Peng Zhiyong, dem Intensivdirektor am Zhongnan-Krankenhaus der Wuhan-Universität, ergab, dass den Patienten Energie fehlte und es schwierig für sie war, lange Strecken zu gehen.

Auch Depressionen möglich

Ebenso hatte fast die Hälfte der Patienten Symptome einer Depression entwickelt, sie fühlten sich von der Gesellschaft stigmatisiert und konnten nicht zu einem normalen Leben zurückkehren. Eine ähnliche Studie aus Peking ergab, dass Patienten über 65, die auf der Intensivstation behandelt wurden, immernoch zusätzlichen Sauerstoff benötigten. Auch der Geruchs- und Geschmackssinn sei bei vielen Patienten nicht zurückgekehrt.

Corona-Langzeitfolgen nicht auszuschließen

Aber nicht nur die Lunge, auch das Nervensystem und das Herz kann stark betroffen sein. Dazu zählen Riechstörungen aber auch schwere Schlaganfälle. Fachärzte sprechen schon von "Neuro-Covid". Die Ärzte beunruhigt zudem, dass viele neurologische Symptome über eine längere Zeit bestehen bleiben. Allerdings könnten sich solche Beschwerden bis zu 12 Monate zurückbilden, so Professor Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). "Wir werden erst im Frühjahr 2021 wissen, ob es wirklich Dauerschäden aufgrund von Covid-19 gibt", meint der Neurologe.