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Studie im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit: Kein Leben - dank Hartz-IV

Studie im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit: Kein Leben - dank Hartz-IV

Kein Geld für warmes Essen

Die tägliche warme Mahlzeit gehört für Normalverdiener einfach dazu – doch fünf Prozent der Hartz-IV-Empfänger können sich das schlicht nicht leisten. Auch eine warme Jacke im Winter ist für zehn Prozent der Langzeitarbeitslosen schlicht zu teuer. Und für Brillen oder Zahnersatz haben sogar 40 Prozent der Sozialhilfe-Empfänger kein Geld übrig. Kino- oder Theaterbesuche sind auch nicht drin.

Jobcenter Hartz IV
Das Geld vom Amt reicht oft nicht für das Nötigste.
dpa, Oliver Berg

An diesen Beispielen wird deutlich, dass Langzeitarbeitslose kaum am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Bei der Frage nach der gesellschaftlichen Integration wählten sie auf einer Skala von eins bis zehn im Schnitt eine Sechs – Menschen mit einem Job hingegen eine Acht. Das teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit, das die Studie im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt hat.

Hartz-IV-Empfänger sind häufiger krank

In Vereinen, Kirchen oder sonstigen Organisationen ist nicht einmal jeder vierte Jobsucher aktiv, während unter den Erwerbstätigen mehr als jeder Zweite mitmacht. Auch generell sind arbeitslose Hartz-IV-Empfänger deutlich weniger mit ihrem Leben zufrieden. Und öfter gesundheitlich eingeschränkt. Die IAB-Forscher sagen: "Erwerbstätigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für soziale Teilhabe und individuelles Wohlbefinden."

Die Ergebnisse der Studie stammen aus dem Panel "Arbeitsmarkt und soziale Sicherung" für das insgesamt fast 15.000 Menschen befragt wurden. In diese konkrete Auswertung flossen die Daten von 4.096 Personen ein.