Neue Studie bestätigt

Doppelter Schutz: Grippeimpfung hilft im Winter auch gegen Schlaganfall und Herzinfarkt

Wie Studien herausfanden, schützt eine Grippeimpfung nicht nur vor Grippe, sondern auch vor Herzinfarkten und Schlaganfällen.
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18. Januar 2020 - 9:56 Uhr

Winterkälte stresst den Körper

Im Winter ist der menschliche Körper größerem Stress ausgesetzt: Die Kälte setzt den Blutgefäßen zu, Grippeviren fühlen sich wohler, unser Immunsystem hat richtig was zu tun. Kommt es zu einer echten Grippe-Erkrankung, ist das Risiko für Folge-Effekte hoch. Das führt dazu, dass es im Winter häufiger zu Schlaganfällen und Herzinfarkten kommt.

Herzinfarkt durch Schneeschippen

Alter Mann beim Schnee schippen
Vorsicht beim Schneeschippen: Wer nicht aufpasst und möglicherweise vorbelastet ist, dem droht bei Überanstrengung ein Herzinfarkt.
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Experten warnen davor: Früh morgens aufstehen, in die Kälte gehen und dort Schnee schippen - und dann Herzinfarkt! Wie kommt das? "Kälte ist ein Stressmoment für den Körper", weiß Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht, "vor allen Dingen der Wechsel von warm zu kalt, alleine das erhöht schon die Rate für andere Erkrankungen, so auch für Schlaganfall und Herzinfarkt." Kommt noch eine Entzündung hinzu, steigt das Risiko für beide Erkrankungen.

Neue Forschung bestätigt: Grippeimpfung senkt das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Neuere Forschungen haben nun bestätigt, dass sich mit der turnusmäßigen Grippeimpfung das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich senken lässt. Wissenschaftler stellten Ende 2019 auf der Konferenz der "Europäischen Gesellschaft für Kardiologie" in Paris Ergebnisse aus einer dänischen Studie vor, die das belegen.

"Bei diesen Erkrankungen spielt die Entzündung im Körper eine große Rolle", erklärt Dr. Specht, "oft sind auch die Innenauskleidungen der Blutgefäße betroffen, wenn es dann zu einer Entzündungskaskade in Verbindung mit anderen Risikofaktoren kommt, kann das eben zu einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen."

Vorhandene Ablagerungen können aufreißen

Vorhandene Ablagerungen in den Adern können bei Bluthochdruckpatienten durch die Infektion aufreißen, so Daniel Modin von der Universität Kopenhagen, Erstautor der dänischen Studie. Beugt man also einem Infekt durch Impfung vor, dann beugt man auch einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt vor.

"Angesichts dieser Ergebnisse bin ich der Meinung, dass alle Patienten mit Bluthochdruck eine jährliche Grippeschutzimpfung erhalten sollten", sagt Modin. "Die Impfung ist sicher, billig, leicht verfügbar und verringert die Grippeinfektion. Darüber hinaus könnte sie laut unserer Studie auch vor tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen sowie vor Todesfällen durch andere Ursachen schützen."

IM VIDEO: Daran erkennen Sie eine Grippe-Erkrankung!