ifo-Studie zu Corona-Hilfspaket

Studie: Geringverdienende konnten vom Kinderbonus profitieren

Vom Corona-Hilfspaket haben besonders Geringverdiener mit Kindern und Alleinstehende profitiert. Gründe dafür sind insbesondere der Kinderbonus und die Senkung der Mehrwertsteuer.
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27. Januar 2021 - 13:13 Uhr

Weniger Menschen in Armut

Das Corona-Hilfspaket der Bundesregierung hat dazu geführt, dass weniger Menschen als arm gelten. Das geht aus einer neuen Studie des Wirtschaftsinstituts ifo im Auftrag des Finanzministeriums hervor. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland hat. Besonders profitiert haben laut der Studie Geringverdiener mit Kindern und Alleinstehende. Gründe dafür sind insbesondere der Kinderbonus und die Senkung der Mehrwertsteuer.

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Kinderbonus entlastet Familien, Mehrwehrsteuersenkung Alleinstehende

Der Kinderbonus hatte dabei den größten Effekt bei Familien mit geringem Einkommen. Hier stiegen die Einkommen im bundesweiten Durchschnitt um 1,2 Prozent. Dabei galt: je mehr Kinder, umso größer der Effekt. Im Vergleich: Die Einkommen der Spitzenverdiener stiegen im Durchschnitt nur um 0,1 Prozent.

Die Senkung der Mehrwertsteuer bis Dezember 2020 half hingegen eher kinderlosen Familien, Alleinerziehenden oder Singles. Reiche profitierten aber auch hier eher weniger.

Scholz will Gewinner der Krise zur Kasse bitten

"Die Pandemie trifft weltweit die besonders hart, die ohnehin schon zu kämpfen hatten", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb sei er froh, dass die Hilfsmaßnahmen besonders die begünstigen, die am wenigsten haben. Scholz will aber noch einen Schritt weiter gehen.

Damit die Steuereinnahmen langfristig wieder steigen, will Scholz die zur Kasse bitten, die am meisten von der Krise profitiert hätten. "Mir geht es darum, wachstumsfördernde und gerechte Steuerpolitik zu machen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken", so der SPD-Politiker.

Scholz zielt damit bewusst auf große Unternehmen und Spitzenverdiener, die beispielsweise mit Online-Handel viel Geld verdient haben.