Studie enthüllt: Davor haben die Deutschen am meisten Angst

07. September 2017 - 19:43 Uhr

"Die Angst vor Terroranschlägen liegt mit deutlichem Abstand auf Platz eins"

Anschläge in Berlin, London und Barcelona. Verzweifelte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Berichte über Naturkatastrophen und den Klimawandel. Wovor fürchten sich die Deutschen am meisten? Eine Studie gibt Antworten.

Politischer Extremismus beschäftigt die Menschen

ARCHIV - Eine Schneise der Verwüstung ist am 20.12.2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war. Zwölf Menschen kamen bei dem Terroranschlag um. (z
Viele Deutsche haben Angst vor Terrorismus (Foto: Schneise der Verwüstung nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin im Dezember 2016).
© dpa, Bernd von Jutrczenka, bvj fpt kde fux jai fux

Die Wahrscheinlichkeit durch einen terroristischen Anschlag zu sterben, ist statistisch gesehen verschwindend gering. Wie groß aber der Effekt ist, den radikale Islamisten mit ihren Taten erreichen, zeigt eine Umfrage der R+V Versicherung zu den Ängsten der Deutschen.

Der Studie zufolge fürchten wir uns am meisten vor der Gefahr durch Terrorismus. "Die Angst vor Terroranschlägen liegt mit deutlichem Abstand auf Platz eins und erreicht mit über 70 Prozent einen der höchsten Werte, der jemals in der Langzeitstudie gemessen wurde", so Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V Infocenters. Nur 2016 war der Wert mit 73 Prozent noch höher.

Die Top-5-Ängste der Deutschen im Überblick

Platz 1 - Terrorismus (71 Prozent)

Platz 2 - Politischer Extremismus (62 Prozent)

Platz 3 - Spannungen durch Zuzug von Ausländern (61 Prozent)

Platz 4 - Angst, dass die EU-Schuldenkrise am Ende teuer für den Steuerzahler werden könnte (58 Prozent) / Immer mehr Lebensmittel sind mit Schadstoffen belastetet (ebenfalls 58 Prozent)

Platz 5 - Die Angst vor Überforderung von Bürgern und Behörden durch Flüchtlinge (57 Prozent)

Auf Platz 6 landete die Angst vor Naturkatastrophen (56 Prozent), gefolgt von der Überforderung der Politiker (55 Prozent). Angst davor, im Alter pflegebedürftig zu werden, haben immerhin noch 52 Prozent der Menschen in Deutschland. Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten - immerhin viele Jahre unangefochten auf Platz eins - belegt dagegen mit 50 Prozent nur noch Rang zehn in der aktuellen Erhebung.

Zerbrechen der Partnerschaft auf dem letzten Platz

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Die größten Ängste der Deutschen

Die weiteren Ergebnisse:

Platz 11 - Schwere Erkrankung (47 Prozent)

Platz 12 - Krieg mit deutscher Beteiligung (46 Prozent)

Platz 13 - Gefährdung des Euro durch EU-Schuldenkrise (42 Prozent)

Platz 14 - Schlechtere Wirtschaftslage (37 Prozent)

Platz 15 - Sinkender Lebensstandard im Alter (37 Prozent)

Platz 16 - Straftaten (29 Prozent)

Platz 17 - Drogensucht der eigenen Kinder (28 Prozent)

Platz 18 - Eigene Arbeitslosigkeit (27 Prozent)

Platz 19 - Höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland (26 Prozent)

Platz 20 - Zerbrechen der Partnerschaft (17 Prozent)

Frauen machen sich mehr Sorgen

Schaut man aufs Vorjahr, sind die meisten Ängste der Deutschen zurückgegangen. Daraus zu schließen, dass die Deutschen 2017 sorglos sind, wäre jedoch falsch. "Wer dieses Ergebnis kurzfristig betrachtet, bekommt ein verzerrtes, ja sogar ein irreführendes Bild", so Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg, der als Berater an der Studie mitwirkte. "Im Licht des mittel- und langfristigen Wandels betrachtet sind die Top-Ängste 2017 sehr hoch und liegen weit über dem üblichen Niveau."

Für die Studie wurden vom 23. Juni bis 28. Juli 2.400 Menschen in Deutschland befragt. Traditionell machen sich Frauen mehr Sorgen als Männer - so auch 2017. Bedrohungen durch Terroristen lösen beispielsweise bei Frauen größere Ängste aus (Frauen: 75 Prozent, Männer: 66 Prozent). Auch vor Krankheit (Frauen: 53 Prozent, Männer: 41 Prozent) und Pflegebedürftigkeit (Frauen: 57 Prozent, Männer: 48 Prozent) fürchten sich die Frauen deutlich mehr.