Studie 'Deutschland postmigrantisch': Deutsch-Sein hängt nicht von Abstammung ab

Laut Studie ist die Beherrschung der deutschen Sprache wichtiger, als die Abstammung.
Laut Studie ist die Beherrschung der deutschen Sprache wichtiger, als die Abstammung.
© dpa bildfunk

01. Dezember 2014 - 9:41 Uhr

Insgesamt 8.270 Personen befragt

Bratwurst, Sauerkraut und Lederhosen – das alles würden viele Ausländer als typisch deutsch bezeichnen. Aber wie definieren Deutsche eigentlich ihre nationale Identität? Was gehört für Bundesbürger zum Deutsch-Sein dazu? Wann ist man Deutscher? Laut der Studie 'Deutschland postmigrantisch', die dem Magazin 'Der Spiegel' vorliegt, zählen deutsche Vorfahren nicht mehr zwangsläufig dazu.

Viel wichtige ist nach der Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung demnach das Beherrschen der deutschen Sprache.

So sind 96,8 Prozent der 8.270 Befragten der Meinung, dass Deutsch sprechen auch deutsch macht. Mit 78,9 Prozent landet der deutsche Pass auf dem zweiten Platz. Im Gegensatz dazu sind nur 37 Prozent der Befragten der Meinung, deutsche Vorfahren seien wichtig.

Nicht deutsch, wer Kopftuch trägt?

Dennoch zeigen die Ergebnisse der Studie auch Ressentiments - insbesonders gegenüber Muslimen. So geben 37,8 Prozent der Befragten an, dass nicht deutsch sein könne, wer ein Kopftuch trage.

Die Studie 'Deutschland postmigrantisch' gehört dem 'Spiegel' zufolge zu den bislang größten Erhebungen auf dem Gebiet der Integrations- und Migrationsforschung in der Bundesrepublik. Insgesamt wurden 8.270 Personen befragt. Die Ergebnisse werden am Mittwoch an der Berliner Humboldt-Universität vorgestellt.