"Vermehrt psychische Auffälligkeiten"

Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Corona-Krise schadet der Psyche von Kindern

10. Juli 2020 - 19:22 Uhr

Psychische Gesundheit von Kindern durch Corona bedroht

Kindern geht es durch die Corona-Krise deutlich schlechter. Und betroffen sind vor allem die Kinder ärmerer Familien, das zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). "Wir haben mit einer Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens in der Krise gerechnet. Dass sie allerdings so deutlich ausfällt, hat auch uns überrascht", sagt Prof. Ravens-Sieberer, Leiterin der Studie.

Risiko für psychische Auffälligkeiten fast verdoppelt

Mehr als 70 Prozent der Kinder fühlen sich laut Studie seit der Corona-Krise in ihrem Leben nicht wohl. Das Risiko für psychische Auffälligkeiten hat sich sogar fast verdoppelt, von 18 auf 31 Prozent. Die Kinder und Jugendlichen machen sich mehr Sorgen und zeigen häufiger Auffälligkeiten wie Hyperaktivität, emotionale Probleme und Verhaltensprobleme, so die Forscher. Auch die aktuelle Schulsituation ist belastend für die Kinder.

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"Das verwundert kaum, da den Kindern und Jugendlichen die gewohnte Tagesstruktur und natürlich ihre Freunde fehlen. Beides ist für die psychische Gesundheit sehr wichtig", erklärt Ravens-Sieberer.

Ihr Fazit: "Also es gibt eine deutliche Zunahme an seelischer Belastung im Vergleich zu der Zeit vor Corona." Das müsse man sicherlich ernst nehmen. "Aber ich würde davor warnen, das zu dramatisieren", sagte Ravens-Sieberer. Andere Befragungen hätten bereits gezeigt, dass die Belastungen mit zunehmenden Lockerungen abgenommen hätten. "Um das allerdings wissenschaftlich abzusichern, brauchen wir natürlich Daten im Zeitverlauf." Deshalb seien weitere Untersuchungen geplant, dabei solle es auch einen Vergleich mit anderen europäischen Ländern geben.