Schere zwischen Arm und Reich wird größer

Neue Studie zeigt: Arme Kinder werden immer ärmer

Studie belegt wachsende soziale Ungleichheit in Deutschland
© dpa, Christian Charisius, chc vfd cul jai csa cul jai

02. August 2019 - 10:37 Uhr

Arme Familien haben real weniger Geld

Die Kluft zwischen armen und reichen Familien wächst. Das belegt eine neue Studie des paritätischen Gesamtverbands. Im Zehn-Jahres-Vergleich ging die ohnehin breite Schere zwischen den Haushaltseinkommen der ärmsten und der reichsten Familien weiter auseinander, so der Befund. Während der Konsum im Durchschnitt zugenommen hat, mussten sich die ärmeren Kinder über die Jahre weiter einschränken: Arme Familien hatten real weniger Geld als noch zehn Jahre zuvor zur Verfügung.

Unterschied bei Freizeitausgaben besonders groß

"Arme Kinder werden ärmer und immer weiter abgehängt. Das, was für die Mehrheit Gleichaltriger selbstverständlich ist, bleibt ihnen auf Grund der Einkommenssituation ihrer Eltern versagt", sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. "Das Gefühl nicht dazu zu gehören, ausgegrenzt zu sein und abseits stehen zu müssen, ist das Lebensgefühl armer Kinder in Deutschland. Frust, Resignation, weniger Bildungserfolg und höhere Krankheitsanfälligkeit sind schließlich sehr häufig die Folgen der Einkommensarmut der Familien."

Während die durchschnittlichen Ausgaben für ein Kind bei rund 600 Euro liegen, konnten sich die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind nur 364 Euro für ihr Kind leisten. Die reichsten zehn Prozent der Familien gaben im Schnitt 1.200 Euro im Monat für ihr Kind aus.

Besonders groß ist der Unterschied bei den Freizeitausgaben: Während die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind durchschnittlich 44 Euro pro Kind ausgeben konnten, gaben die reichsten zehn Prozent der Familien im Schnitt 257 Euro im Monat pro Kind aus. Das ist fast sechs Mal so viel wie die ärmsten Familien.

Seit dem 1. August gilt das "Starke-Familien-Gesetz"

Nicht alle Eltern in Deutschland verdienen genug, um ihren Kindern ein sorgloses Leben ermöglichen zu können. Das will Franzika Giffey mit dem "Starke-Familien-Gesetz" ändern. So sollen sich bald alle Kinder in Deutschland das Notwendigste, wie ein warmes Mittagessen, Schulhefte oder ein Ticket für den Schulbus auch wirklich leisten können. Hilft das wirklich? RTL hat bei Wolfang Büscher, dem Leiter der Arche Berlin, nachgefragt. Was er sagt, sehen Sie im Video.