Studie der Uni Leipzig: Sind wir alle Tröglitz?

Ausländerfeindlichkeit in Sachsen-Anhalt am stärksten verbreitet

Der Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Tröglitz rüttelt auf und macht nachdenklich – wie ausländerfeindlich ist Deutschland noch immer? Antworten darauf liefert eine Studie der Universität Leipzig.

Nazis auf einer Demo
Rechtsextremes Gedankengut ist laut der Studie in Deutschland nach wie vor verbreitet.
dpa, Bernd von Jutrczenka

Dazu legten die Forscher ihren Probanden verschiedene Aussagen vor und maßen deren Zustimmung. "Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen." Dieser These stimmten ganze 27,2 Prozent der Befragten überwiegend oder voll zu. Auch antisemitische Ansichten wurden untersucht. "Ohne Judenvernichtung würde man Hitler heute als großen Staatsmann ansehen" fand bei 7,8 Prozent der Probanden Zustimmung, 14,2 Prozent waren unentschlossen.

In Sachsen-Anhalt fanden die ausländerfeindlichen Aussagen mit 42,2 Prozent die stärkste Zustimmung. Auf Platz zwei liegt Bayern mit 33,1 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 32,8 Prozent.

Positiver Trend erkennbar

Am wenigsten stark verbreitet ist der Fremdenhass laut der Studie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Da die Studie alle zwei Jahre von der Uni Leipzig erstellt wird, lässt sich an den Ergebnissen ein Trend erkennen: Rechtsextreme Einstellungen haben über die Jahre abgenommen.

Von dieser positiven Entwicklung sind allerdings einzelne Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen. So forderten 2014 36,6 Prozent der Befragten, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschlang generell untersagt werden müsse. 2011 waren es noch 22,6 Prozent. Zudem gaben mit 55,4 Prozent über die Hälfte aller Befragten an, dass sie Probleme damit hätten, wenn sich Sinti und Roma in ihrer Nähe aufhielten. 2011 waren es noch 40,1 Prozent.