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Studie beweist: DSL-Anschlüsse sind langsamer als vom Anbieter versprochen

Studie beweist: DSL-Anschlüsse sind langsamer als vom Anbieter versprochen

Geschwindigkeitsabweichungen keine Überraschung

Internet-Surfer bekommen weniger Geschwindigkeit als versprochen: Das zeigt eine Befragung der Bundesnetzagentur, an der online mehr als 226.000 Personen freiwillig teilgenommen haben. Demnach erreichen die Internetanschlüsse in Deutschland selten die maximale Bandbreite, die von den Netzanbietern versprochen wird.

DSL-Anschlüsse langsamer als versprochen
Nur jeder fünfte Nutzer kann so schnell surfen, wie es in seinem Vertrag steht.
picture-alliance/ dpa/dpaweb, Heiko Wolfraum

"Die Messstudie bestätigt die Vielzahl der Kundenbeschwerden über Abweichungen zwischen der vertraglich vereinbarten bis zu-Bandbreite und der tatsächlichen Bandbreite", teilte die Bundesnetzagentur mit. Getestet wurden DSL-, Kabel- und Mobilfunkanschlüsse. Konkret kann nur jeder fünfte Nutzer so schnell surfen, wie es in seinem Vertrag steht. Jeder dritte bekommt nur halb so viel oder noch weniger Breitband gestellt.

Größte Abweichung bei DSL-Anschlüssen

Die größten Abweichungen wurden in der obersten Bandbreitenklasse von 50 bis 100 Mbit/s bei Kabelanschlüssen und bei LTE-Anschlüssen mit 25 bis 50 Mbit/s gemessen. Bei DSL-Anschlüssen ergaben sich die größten Abweichungen in der Bandbreitenklasse von 8 bis 18 Mbit/s. Die geringsten Abweichungen von der vermarkteten Download-Geschwindigkeit traten der Studie zufolge bei Kabelanschlüssen auf.

Die Ergebnisse überraschen wenig. Seit längerem hält sich das Gerücht, dass die Netzanbieter ihre Breitbandqualität besser anpreisen als sie eigentlich ist. Nur selten kann der Verbraucher die maximale Internetgeschwindigkeit erreichen. Die Bundesnetzagentur kritisierte, dass die Internetanbieter in ihren Standardverträgen nur ungenaue Angaben über die Kapazität der Anschlüsse machten. "Der Kunde weiß so nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann", kritisierte Jochen Homann, Chef der Netzagentur. Die Behörde will sich nun für mehr Transparenz stark machen.