Studie belegt: Milchprodukte mit hohem Fettgehalt sind nicht ungesund

Käsetheke im Supermarkt
Laut einer britischen Studie haben fetthaltige Milchprodukte keine besonderen Auswirkungen auf die Gesundheit.
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Konsum fetthaltiger Käse-Sorten nimmt in Deutschland wieder zu

Durchschnittlich 24 Kilogramm Käse isst ein Deutscher pro Jahr. Besonders beliebt sind Gouda, Edamer und Mozzarella. Mittlerweile geht der Trend auch wieder zu "fetteren" Sorten, denn sie schmecken einfach besser. Da ist es gut zu wissen, dass mehr Fett im Käse der Gesundheit nicht schadet: Laut einer britischen Studie erhöht der Konsum von fetthaltigen Milchprodukten weder das Herzinfarkt- noch das Schlaganfall-Risiko.

Käse, Milch und Joghurt mit viel Fett schaden der Gesundheit nicht

In Deutschland werden im Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen Käse produziert, sagt Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, Eckhard Heuser. Und er stellt fest, dass wieder mehr Käse mit einem höheren Fettanteil gegessen wird. Wie beim Joghurt seien auch die "Light-Varianten" beim Käse nicht mehr angesagt. Groß im Kommen sei zurzeit der aus England stammende Cheddar mit einem Fettgehalt von 48 Prozent.

Aus England stammt auch die jüngst im 'European Journal of Epidemiology' veröffentliche Studie, die belegt, dass Milchprodukte mit hohem Fettanteil unserer Gesundheit nicht schaden. In einer Metaanalyse 29 verschiedener Studien zum Konsum von fetthaltigen Milchprodukten und ihren Folgen für die Gesundheit konnte keine Verbindung zur Koronaren Herzerkrankung, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Krankheiten hergestellt werden.

Die weitverbreitete Annahme, Milchprodukte seien generell schlecht für den Körper, sei einfach falsch, betont Ian Givens, Ernährungswissenschaftler an der Universität Reading. Seit einigen Jahren halte sich unter Ärzten, Gesundheits- und Ernährungsexperten die Meinung, durch den Verzicht auf sehr fetthaltige Milchprodukte könne man das Risiko verschiedener Herzerkrankungen minimieren. Nach wie vor raten Experten Verbrauchern zum Konsum fettarmer Produkte und tatsächlich meiden die meisten Verbraucher Milch, Käse und Joghurt mit hohem Fettanteil oder sie reduzieren - in der Annahme, sie könnten ihrer Gesundheit schaden - generell ihren Verbrauch von Milchprodukten.

Käse und Milch können vor Übergewicht schützen Trotz hohem Fettgehalt
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Verzicht auf Milchprodukte führt zu Kalziummangel

Gerade das hat laut Ian Givens und seinen Kollegen der Universitäten Reading, Kopenhagen (Dänemark) und Wageningen (Niederlande) aber negative Folgen für die Gesundheit: Bei jungen Menschen käme es durch den Verzicht zu Kalziummangel. Insbesondere junge Frauen würden zu wenig Milch trinken oder Käse essen und damit der Entwicklung ihrer Knochen schaden. Sie hätten später ein höheres Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Schwangere Frauen, die zu wenige Milchprodukte konsumieren, würden sogar ihren Nachwuchs gefährden: Störungen der neurologischen Entwicklung mit Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten und Wachstumsstörungen könnten die Folge sein.

Der Meta-Studie lagen Ergebnisse von 29 Studien aus 35 Jahren mit insgesamt 938.465 Teilnehmern aus der ganzen Welt zugrunde. Vor allem die große Probandenzahl bestätigte die Wissenschaftler in ihrem Forschungsergebnis.