Merkwürdige Erklärung für Belästigung auf dem Campus

Studentinnen nach Massage gefragt: Würzburger Polizei ermittelt Verdächtigen

Ein Schild der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Ein Schild der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Foto: Daniel Karmann/Archiv
© deutsche presse agentur

07. November 2019 - 16:48 Uhr

Wochenlange Verunsicherung an Würzburger Uni

Er soll rund 30 junge Frauen gefragt haben, ihm den Rücken zu massieren - dabei soll der Mann auch aufdringlich geworden sein. Die Polizei in Würzburg hat einen Verdächtigen identifiziert, der an der Uni wochenlang für Verunsicherung gesorgt hatte. Der 25-Jährige hat jedoch eine ganz einfache Erklärung für seine Taten: Er habe lediglich Rückenschmerzen gehabt.

Jemanden nach einer Massage zu fragen ist keine Straftat

Eine sexuelle Motivation habe es nicht gegeben, betonte der 25-Jährige bei der Polizei. Er sei aufgrund seiner Rückenprobleme auf der Suche nach Hilfe gewesen. Warum er dann nicht auch Männer ansprach oder sich professionelle Hilfe suchte, ist unklar.

Zwar hat die Polizei keine Hinweise darauf, dass der Mann mit seinen Fragen eine Straftat begangen hat - Hausverbot an der Uni hat er jetzt allerdings trotzdem. Man habe ihm auch "die Grenzen zu strafbarem Handeln" aufgezeigt, so die Polizei.

Uni Würzburg warnte vor dem Mann auf Aushängen

An der Uni in Würzburg macht dieser Aushang auf den fremden Massage-Fan aufmerksam.
An der Uni in Würzburg macht dieser Aushang auf den fremden Massage-Fan aufmerksam.
© privat

Seit Juli soll der Mann immer wieder an der Uni aufgetaucht sein und knapp 30 Frauen gebeten haben, ihn zu massieren oder "bei Rückenübungen zu unterstützen". Teilweise soll er dabei auch aufdringlich geworden sein. Die Uni hatte daraufhin Zettel aufgehängt, auf denen vor dem Mann gewarnt und geraten wurde, den Notruf zu wählen, falls er auftauchen sollte.

Eine 20-jährige Studentin, die schon zweimal von dem Massage-Fetischisten angesprochen worden sein soll, sagte der "Mainpost": "Ich habe ihn nicht als Bedrohung wahrgenommen, aber man weiß ja nie. Komisch war es schon." Der "unscheinbare" und "schmächtige" Mann habe hartnäckig versucht, sie und eine Freundin "zu überreden, ihn zu massieren".

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Polizei konnte "Massage-Fetischisten" ausfindig machen

Die Polizei ging der Sache nach und befragte die Studentinnen und Mitarbeiterinnen, die von dem Mann belästigt worden waren. Es hätten sich dabei allerdings keinerlei Hinweise auf Straftaten ergeben, so die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Befragungen führten die Polizei schließlich auch zur Identität des Mannes. Es handle sich um einen 25-Jährigen aus Würzburg. Seine Freundin studiere selbst an der Universität.