Strumpfhosen ohne Laufmaschen aus London

Brexistenzängste: Für diese zwei Deutschen geht es jetzt um alles!

18. Januar 2019 - 19:07 Uhr

Das Start-Up von Anna und Alexandra ist in Gefahr

Es klingt wie ein Märchen! Die Freundinnen Anna Rauch (33) und Alexandra Tymann (33) schmeißen ihre hoch bezahlten Jobs in der Finanzbranche hin, gründen eine Modefirma in London. Die Produkte schlagen ein wie Bombe, von herkömmlichen Start-Up-Problemen keine Spur. Doch nun droht Großbritannien der harte Brexit, für die jungen Frauen geht es plötzlich um alles. Vor welchen Herausforderungen die beiden nun stehen, erklären sie im Video.

Das Geschäft mit der Laufmasche

Zur Fashion Week in Berlin sind die beiden Wahlengländerinnen extra aus London angereist - im Gepäck rund ein Dutzend Strumpfhosen. Vor zwei Jahren haben sie ihr Unternehmen "Hedoine" gegründet. Seit September 2018 verschicken sie ihre Strumpfhosen von London aus in die ganze Welt. Zum Interview mit RTL.de erscheinen zwei modebewusste, zierliche Businessfrauen.

Schnell wird klar, die beiden kennen ihre Zahlen, Ziele und Strategien. Das tolle an ihren "Tights" (englisch für: Strumpfhose) sei, dass sie keine Laufmaschen ziehen können und sie keine unbequemen Nähte haben. Ein für Frauen lebensnotwendiges Produkt, zumindest erschien ihnen das so, als sie beschlossen, all ihre Ersparnisse in die Produktion zu investieren. Damals sah die Welt im Vereinigten Königreich auch noch etwas anders aus.

Britische Behörden völlig planlos

Warum entscheidet man sich dafür ein Unternehmen in London zu gründen, wenn der Brexit bereits beschlossene Sache ist? Auf diese Frage haben die Freundinnen gleich mehrere Antworten parat. London sei in Sachen Mode Städten wie Berlin immer noch um Längen voraus. Außerdem ist das Gründen von Firmen dort wesentlich leichter und an der Tagesordnung.

Auf Deutsch: Berlin ist nicht so cool wie London und die deutsche Bürokratie schreckt Unternehmer ab. Hinzu kommt noch eine Portion Optimismus, so schlimm wird es mit dem Brexit schon nicht werden, die Politik wird eine Lösung finden. Heute denken die beiden anders. Kurz vor dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ist in London nichts geregelt. Die Behörden, die versprochen hatten, Unternehmern zur Seite zu stehen, sind maßlos überfordert.