Mehr als 5 Prozent teurer

Strompreise steigen zum 1. Januar 2020

© deutsche presse agentur

16. November 2019 - 11:49 Uhr

Strom wird 2020 richtig teuer

Auf Stromkunden in Deutschland kommt eine Welle an Preiserhöhungen zu. Nach Angaben der Vergleichsportale Verivox und Check24 haben bereits rund 170 Versorger angekündigt, die Preise für private Verbraucher zum 1. Januar anzuheben. Der Grund: Unter anderem die steigende EEG-Umlage. Doch was ist das eigentlich? Und wie können wir trotzdem Stromkosten sparen?

Bis zu 82 Euro mehr Stromkosten pro Jahr

Laut Verivox wollen bislang 177 örtliche Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden müsse in den von den Strompreiserhöhungen betroffenen Regionen mit Mehrkosten von durchschnittlich 64 Euro pro Jahr rechnen.

"Die Bundesregierung hat zwar erklärt, die Haushalte bei den Strompreisen entlasten zu wollen, doch davon ist bisher noch nichts angekommen", sagte Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

Das Portal Check24, das 171 angekündigte und seit August vorgenommene Preiserhöhungen zählt, ermittelte einen durchschnittlichen Anstieg von 5,3 Prozent. Preissenkungen habe bisher kein Stromanbieter vorgenommen oder angekündigt. "Verbraucher zahlen schon seit Monaten Rekordpreise für Strom", sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. "Daran wird sich auch 2020 nichts ändern." Für einen Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden hat Check24 ein durchschnittliches Plus von 82 Euro errechnet.

Schon Post bekommen?

Die Portale erwarten, dass zahlreiche weitere Stromanbieter in den kommenden Tagen Preiserhöhungen zum 1. Januar ankündigen werden. Die Frist dazu laufe nächsten Mittwoch (20. November) ab. Zuletzt hatte es zudem noch viele Erhöhungen im ersten Quartal 2019 gegeben.

Was ist die EEG-Umlage eigentlich?

Als Grund für die Strompreiserhöhungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Was die EEG-Umlage genau ist und warum sie eigentlich eine gute Sache ist, erklären wir hier.

Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen, allerdings regional unterschiedlich. Die Mehrheit der Netzbetreiber in Deutschland hat Verivox zufolge Erhöhungen von rund 6 Prozent angekündigt.

Laut Check24 kaufen die Versorger die Energie an der Strombörse im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent günstiger ein, die gesunkenen Preise würden bislang aber nicht an die Verbraucher weitergegeben. Verbraucherschützer sehen die Stromanbieter in der Pflicht, für Preisstabilität zu sorgen.

Was können Kunden bei einer Preissteigerung tun?

Wenn der Stromanbieter eine Preissteigerung für das kommende Jahr bekannt gibt, ist man als Verbraucher nicht machtlos, sondern kann von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und in einen günstigeren Tarif wechseln. Preissteigerungen müssen die Grundversorger mindestens sechs Wochen vorher ankündigen, bei Sonderversorgern ist das laut Bundesnetzagentur vor Ablauf der regulären Abrechnungsperiode nötig.

Dann haben Kunden die Möglichkeit, ihren Vertrag fristlos zu kündigen und zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln. Was Sie bei einem Wechsel beachten sollten, erklären wir hier.

Video: Darauf muss man bei Wechselprämien achten

Wer sogar jedes Jahr den Stromanbieter wechselt, kann durch den Erhalt von Wechselprämien in Summe viel Geld sparen. Im Video zeigen wir, was man dabei allerdings beachten muss.

Wie kann man im Alltag Stromkosten sparen?

Wird der Strom teurer, ist ein Wechsel zu einem anderen Stromanbieter nicht die einzige Lösung. Mit den richtigen Tricks ist es gar nicht so schwer, im Haushalt Strom zu sparen und damit die Stromkosten in den Griff zu bekommen.

Von der alten Waschmaschine über das Stromfresser-Leuchtmittel bis zur Steckdosenleiste: Häufig verstecken sich im Haushalt unbemerkte Stromfresser, die die Stromrechnung in die Höhe treiben. Wie Sie diese erkennen und ausschalten, erklären wir hier.

Quelle: DPA/RTL.de