In sieben Schritten zum Umwelt-Detektiv

Strom sparen kinderleicht – so bringen Sie auch die Kleinsten zum Mitmachen

Kinderleicht Stromsparen
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14. Mai 2020 - 11:26 Uhr

Die ganze Familie macht mit beim Energiesparen

Umweltschutz beginnt daheim – und wenn wir beim Stromsparen am Ende auch noch mehr im Geldbeutel haben, ist das gut für die ganze Familie. Wie wir alle zum Mitmachen motivieren? Ganz einfach. Wir erklären das Energiesparen zur Chefsache – und ernennen unsere Kinder zu Umweltdetektiven.

Kinder lieben Aufgaben mit Verantwortung für eine gute Sache

Energiesparen zur Familiensache erklären - gemeinsam schaffen wir mehr
Energiesparen zur Familiensache erklären - gemeinsam schaffen wir mehr
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Wir leben über unsere Verhältnisse – zumindest als Gesellschaft. Das gilt vor allem für den Verbrauch von Ressourcen. Das CIA World Factbook schätzt den weltweiten Verbrauch auf rund 21 Terawatt – also 21 Billionen Kilowattstunden – eine Zahl mit zwölf Nullen. Wir Deutschen haben dabei mit knapp 6.700 Kilowattstunden pro Kopf einen höheren Stromverbrauch als Menschen in vielen anderen Ländern, auch in Europa. Hier ist der Energieverbrauch der Industrie mit umgelegt. Ein deutscher Haushalt verbraucht im Durchschnitt 3.500 kwh im Jahr, eine vierköpfige Familie etwa 4.250 kwh.

Doch unser Stromverbrauch belastet nicht nur den Planeten. Sondern auch unser Portemonnaie. Weniger Energie zu konsumieren bedeutet also, am Ende des Monats auch mehr Geld in der Tasche zu haben. Eine klassische Win-Win-Situation. Doch auch der eifrigste Sparfuchs gibt auf, wenn er immer hinter seinen Familienangehörigen hermeckern muss: "Licht aus!" Warum den Spieß nicht einfach umdrehen und die Kinder hinter den Erwachsenen herschimpfen lassen?

Die älteren Kids sind sicher schon sensibilisiert für das Thema. Sie kennen Greta Thunberg und wissen, warum ältere Schulkinder bei "Fridays for Future" fürs Klima gestreikt haben. Und Kinder lieben es, eine Aufgabe zu haben. Und zwar nicht irgendeinen Kinderkram oder lästige Pflichten wie Aufräumen oder Tisch decken, sondern Aufgaben, die normalerweise die Großen verrichten. Wenn Sie es richtig anfangen, werden Ihre Kids bald zu eifrigen Umweltdetektiven, die immer bereit sind, einen Missetäter zurechtzuweisen: die Oma, die Babysitterin. Am liebsten aber natürlich die eigenen Eltern. Und das Gute: Wir selbst sind natürlich gezwungen, mit gutem Vorbild voranzugehen und werden auf unsere eigenen Verstöße hingewiesen. Und so bekommen Sie Ihre Kids auf die Spur:

1. Detektiv-Grundkurs: Woher kommt der Strom?

Wie kommt der Strom in die Steckdose?
Energiedetektive finden heraus, wie der Strom in die Steckdose kommt
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Für Kinder stellt sich die Welt oft einfach dar. Selbst wenn sie nicht glauben, dass Kühe lila sind, so denken gerade jüngere Kinder doch oft, dass das Geld aus einem Schlitz in der Wand der Bank kommt, ohne dass Mama und Papa was dafür tun müssen, und der Strom kostenlos aus der Wand. Aufklärung hilft! Schauen Sie mit Ihren Kindern ein Buch an, dass erklärt, wie Strom gemacht wird. Am besten nicht eins aus den frühen 1980ern, sondern eins, das auch alternative und nachhaltige Formen der Energie vorstellt. Am tollsten ist es für die Kinder, wenn Sie einen Ausflug machen und sich das vor Ort anschauen. Einen Strommast aus sicherer Entfernung beäugen. Ein Windrad aus der Nähe anschauen oder ihm abends beim Leuchten zusehen. Oder ein Wasser- oder Gezeitenkraftwerk besichtigen, wenn Sie in der Nähe wohnen oder im Urlaub eins erreichen können.

2. Checker-Workshop: Warum ist Energieverbrauch schlecht für unseren Planeten?

Radeln statt Autofahren - das ist besser für uns auf der Erde
Radeln statt Autofahren - das ist besser für unseren Planeten
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Lassen Sie die Kids herausfinden, was für eine Auswirkung ihr Verhalten auf die Umwelt hat und warum sie Energie sparen sollten. Lassen Sie sie bei einem Abenteuerspaziergang in der Natur Umweltschäden entdecken. Warum sehen die Bäume direkt an der Autobahn anders aus als die im Wald? Schauen Sie sich eine Braunkohlegrube an – oder lassen die Kids einen coolen Film darüber schauen. Und erklären Sie, dass Energiesparen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wie Gas, Kohle und Öl verlangsamt, Lebensräume wie Wälder bewahren hilft und Tiere vor dem Aussterben schützt. Sprechen Sie auch über die Emissionen und ihre Rolle bei der Klimaerwärmung. Warum ist es besser, mit dem Zug in den Urlaub zu fahren als mit Auto oder Flugzeug? Wie wirkt es sich aus, wenn wir immer zur Schule radeln oder den öffentlichen Nahverkehr benutzen?

3. Sparfuchs-Camp: Was kostet Energie?

Stromsparen ist gut fürs Portemonnaie
Was kostet Energie? Stromsparen ist auch gut für unseren Geldbeutel
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Da kann man mit dem Mythos vom Schlitz in der Wand auch mal gleich aufräumen. Schulkinder lieben es, wenn das Rechnen mal einen konkreten Bezug hat. Wie lange müssen Mama und Papa arbeiten, damit ein 10-Euro-Schein aus der Wand kommt? Und ein 100-Euro-Schein? Kleinere Kinder rechnen in Eiskugeln. Wie viele Kugeln Eis kostet es, wenn ich zehn Mal am Tag beim Zähneputzen drei Minuten lang Heißwasser laufen lasse? Wenig? Ok, aber ich wenn ich das 365 mal mache? Aha!

Positiver Nebeneffekt: Wir haben nebenbei stressfrei auch noch ein bisschen Mathe geübt. Was kostet einmal Haaretrocknen, wenn das 15 Minuten dauert, der Fön 2kw verbraucht und die Kilowattstunde rund 28 Cent kostet? Richtig. 14 Cent. Wenn man das ein Jahr lang jeden Tag macht, ist man 51,10 Euro los. Und was kann man mit einer Kilowattstunde, also mit durchschnittlich 28 Cent, alles machen? Einmal die Waschmaschine laufen lassen, 15 Hemden bügeln, einen Hefekuchen backen oder zehn Stunden am Computer hängen.

Ältere Kinder dürfen den Stromrechner auf der Webseite des Stromanbieters benutzen und mit einem Stromvergleichsportal ausrechnen, ob es wirklich teurer ist, "grünen" Strom zu beziehen. Die wichtigste Frage aber ist natürlich: Wie viel Eis kann ich mir kaufen, wenn ich nicht mit dem Auto in die Stadt düse und dort Parkgebühren zahle, sondern mit dem Rad oder der Bahn fahre?

4. Erster Einsatz als Detektiv: Finde die bösen Stromfresser!

Coole Kids wissen, wie man Energie spart
Coole Kids wissen, wie man Energie spart
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Schicken Sie die Kinder durch die Wohnung – bewaffnet mit Lupe, Zettel und Stift oder einer Kamera und lassen Sie sie den Verbrauch von Geräten auf den Prüfaufklebern ermitteln. Fragen Sie mal bei Ihren Stadtwerken nach. Einige verleihen Strommessgeräte, die den Kindern anschaulich machen, welche Geräte viel verbrauchen. Es reicht aber auch, einfach mal den eigenen Stromzähler zu betrachten. So wird den Kindern deutlich, dass in unserem Haushalt in jeder Sekunde Strom verbraucht wird. Und sie sehen plastisch, wie das Rädchen rast, wenn wir das Bügeleisen einschalten.

Kreative Kids basteln ein Wanted-Plakat mit selbstgemalten Bildern oder Fotos der Stromfresser oder "Energiesünder" – lange warm Duschen, Wasser laufen lassen beim Zähneputzen, Licht anlassen, Gerät im Stand-by-Modus lassen, Motor laufen lassen, Auto waschen. Oder stellen Sie einfache und verständliche Familienregeln auf einem Plakat zusammen – zum Beispiel: 1. Ich geh raus, ich mach das Licht aus. 2. Ich putz die Zähne, dabei laufen keine Wasserhähne. Wenige Regeln sind hier mehr. Sonst verlieren alle den Überblick.

5. Coole Kids kennen die Alternativen

Die Energie-Detektive finden Stromfresser-Monster und Umweltsünder
Die Energie-Detektive finden Stromfresser-Monster und Umweltsünder
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Es kann so einfach sein: Uns ist kalt? Da müssen wir nicht gleich die Heizung aufdrehen. Kuschelsocken und ein Pulli oder eine Strickjacke helfen auch. Wir kaufen nicht einfach was Neues, sondern versuchen, Kaputtes zu reparieren oder Altes aufzubrezeln. Stoßlüften anstelle des dauerhaft gekippten Fensters im Winter. Duschen statt baden – wie die Großen! Und wir nehmen nicht für jeden Schluck ein neues Glas. Lassen Sie die Kinder ruhig selbst Alternativen entwickeln. Die sind da ganz schön gut drin. Bei manchem müssen wir sicher erst helfen: Zum Beispiel zeigen, wie man Elektrogeräte wie Fernseher oder CD-Player so ausschaltet, dass sie nicht im Stand-By-Betrieb jede Menge Strom fressen. Und wir Erwachsenen gehen am besten mit gutem Vorbild voran: Weniger Smartphone-Gedaddel – und das Gerät nicht die ganze Zeit am Ladekabel lassen!

6. Die Umweltschutz-Challenge

Machen wir eine Challenge aus dem Energiesparen. Kinder lieben das!
Machen wir eine Challenge aus dem Energiesparen. Kinder lieben das!
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Ob wir's wollen oder nicht: Die meisten Kids sind kompetitiv, gerade wenn es um ihre Geschwister geht. Machen Sie doch mal einen Wettbewerb draus. Wer kann am schnellsten duschen? Sauber sollte es natürlich schon sein. Wer hat am Ende des Tages am meisten für die Umwelt getan? Vergeben Sie Punkte – und eine kleine Belohnung.

7. Unser Freund, das Energiesparschwein

Als Belohnung gibt's ein Eis für die Energie-Sparfüchse
Als Belohnung gibt's ein Eis für die Energie-Sparfüchse
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Wenn wir alle gemeinsam Energie sparen, profitiert nicht nur unsere Umwelt davon, sondern auch wir selbst finanziell. Da dürfen wir uns ruhig auch mal was gönnen von dem Ersparten.

Setzen Sie eine “Prämie” auf Umweltsünder aus. Ertappen die Kinder jemand, wie er sich nicht an die Regeln hält, lassen sie ihn “blechen”. Wichtig dabei: Für die Kids muss es billiger sein als für die Erwachsenen, sie haben ja nicht so viel Taschengeld. Und es darf nicht richtig weh tun. 10 Cent für kleine Kids, 50 Cent für größere und ein Euro für Erwachsene wären eine Lösung. Wetten, dass die Ertappten so schnell das Licht nicht mehr anlassen! Wem das zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt, der macht eine positivere Challenge draus: Immer, wenn wir uns für die Energiesparlösung entscheiden, werfen wir einen Teil des Eingesparten symbolisch in das Schweinchen. Mit dem Rad zur Arbeit gefahren und sechs Euro Spritgeld gespart? Dann werfen wir einen Euro ins Schweinderl. Oder, wenn Sie wollen, auch die ganze Summe. Setzen Sie sich in beiden Fällen ein Zeitfenster – zum Beispiel vor den großen Ferien. Dann öffnen Sie feierlich das Schwein (natürlich eins aus nachhaltigem Material, das Sie wiederverwenden können) und gönnen der ganzen Familie was Schönes von dem Geld. Und ein Eis ist bestimmt auch noch drin.