So einen starken Sprung nach oben lange nicht registriert

Strom in Deutschland noch nie so teuer wie 2019

Der Preisanstieg beim Strom um fast 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre.
Der Preisanstieg beim Strom um fast 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre.
© dpa-tmn, Jan Woitas, amc

22. September 2019 - 8:58 Uhr

Im Durchschnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde

Strom war für die Privathaushalte in Deutschland noch nie so teuer wie in diesem Jahr. Erstmals mussten sie nach Berechnungen der Bundesnetzagentur im Durchschnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Für den Stichtag 1. April ermittelte die Behörde einen Durchschnittspreis von 30,85 Cent je Kilowattstunde. Das war fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres, wie aus Zahlen für den neuen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Preisanstieg um fast 3,3 Prozent

Der Preisanstieg beim Strom um fast 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre. Am 1. April 2018 hatte der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde 29,88 Cent betragen. Auch in den Jahren zuvor hatte er mit 29,86 Cent (2017) und 29,80 Cent (2016) auf diesem Niveau gelegen. Die Bundesnetzagentur wertet die Daten von weit mehr als 1.000 Stromlieferanten aus und ermittelt daraus einen Durchschnittspreis über alle Vertragsarten.

Auch Gas ist teurer geworden

Erstmals seit 2014 wurde auch Gas für Haushaltskunden teurer. Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde stieg um fast 4,5 Prozent auf 6,34 Cent. Und es könnte noch weiter nach oben gehen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben bereits 40 örtliche Gasversorger für September, Oktober und November Preiserhöhungen angekündigt. "In der kommenden Heizperiode wird das Preisniveau von Erdgas weiter hoch bleiben", sagte Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. Langfristig könnten die Verbraucherpreise aber wieder sinken.

Preistreiber beim Strom waren laut Netzagentur in diesem Jahr die von den Lieferanten beeinflussbaren Kosten, die etwa ein Viertel des gesamten Strompreises ausmachen. Auf den Stromrechnungen stieg der Anteil für Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne der Versorger um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Kilowattstunde. Das ist ein Plus von rund 13,6 Prozent.