Trauriges Schicksal

Strenges US-Einreiseverbot: Mutter darf nicht zu ihrem sterbenden Kind (2)

Vater Ali Hassan am Krankenbett seines todkranken Sohnes Abdullah.

18. Dezember 2018 - 12:58 Uhr

Inhumanes Gesetz

Abdullah Hassan wird bald sterben. Der zweijährige Junge hat immer wieder Krämpfe, weil er an einer angeborenen Gehirnerkrankung leidet. Sein Vater Ali hat ihn deswegen ihn die USA bringen lassen, wegen der besseren medizinischen Versorgung, berichtet der US-Sender "KPIX5". Trotzdem hat das Kind keine Überlebenschance. Bis zu seinem Tod bleibt der Familie vermutlich nur noch wenig Zeit. Seine Mutter möchte ihren Sohn noch einmal sehen, ihn ein letztes Mal küssen, ein letztes Mal in die Arme schließen. Wegen des strengen US-Rechts geht das nicht, der "Travel Ban" verhindert, dass die beiden voneinander Abschied nehmen können.

"Sie weint jeden Tag. Sie möchte bei ihrem Sohn sein"

Die von Präsident Donald Trump verfügte Bestimmung verbietet Bürgern einiger Staaten mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung die Einreise in die USA. Ali, Swileh und Abdullah Hasan leben eigentlich in Ägypten. Vater Ali und sein Sohn haben die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, Mutter Swileh ist Jemenitin. Deswegen darf sie derzeit nicht in die USA einreisen.

Ali hatte seinen Jungen im Oktober nach Oakland bringen lassen, weil die medizinische Versorgung in den USA besser ist als in Ägypten. Doch auch die dortigen Ärzte konnten Abdullah nicht heilen, das Kind wird sterben. Der Junge lebt nur noch, weil er an Maschinen angeschlossen ist, künstlich beatmet und ernährt wird.

Ob ihn seine Mutter vor dem Tod noch einmal sehen wird, liegt in der Hand des US-Außenministeriums. Dort liegt Swilehs Einreiseantrag - für die Behörden ein Stück Papier, für die verzweifelte Frau ein letzter Hoffnungsschimmer. "Sie weint jeden Tag. Sie möchte bei ihrem Sohn sein", sagt Ali. Die Familie hofft nun auf ein beschleunigtes Visum, damit in diesem traurigen Fall doch noch Menschlichkeit siegt.