Streit um Zuschauerzahl bei Amtseinführung - Trump: "Wir werden die Medien zur Rechenschaft ziehen"

"Noch nie sind so viele Menschen zu einer Amtseinführung gekommen. Punkt!"

Das ohnehin schon angespannte Verhältnis von Donald Trump zu den Medien hat sich weiter verschärft - und das nur einen Tag nach der Vereidigung des Republikaners als US-Präsident. Im Mittelpunkt stehen diesmal Vorwürfe Trumps und seines Sprechers Sean Spicer, nach denen die Medien die Zahl seiner Zuschauer bei den Feierlichkeiten zur Amtseinführung absichtlich niedrig dargestellt hätten.

In den USA könnte die Stimmung kaum aufgeheizter sein. Trumps Pressesprecher Sean Spicer machte neulich keinen Hehl daraus, dass er sauer ist - und zwar richtig: "Einige Medienvertreter haben absichtlich falsch berichtet. Es wurden Bilder veröffentlicht, welche die Amtseinführung vorsätzlich ins falsche Licht gerückt haben, welche die große Zahl an Unterstützern haben kleiner aussehen lassen", echauffiert sich Spicer. "Noch nie sind so viele Menschen zu einer Amtseinführung gekommen. Punkt!" Man werde die US-Medien zur Rechenschaft ziehen, denn das amerikanische Volk habe Besseres verdient. RTL-Reporter Carsten Lueb berichtet, das tägliche Briefing im Pressezentrum werde zukünftig außerhalb des Weißen Hauses stattfinden. "Es ist ein erklärter Krieg gegen die Medien."

Auf Fotos und Live-Aufnahmen war zu sehen, dass es noch kurz vor Trumps Vereidigung große freie Flächen auf dem Gelände gab. Vergleichsbilder zeigten außerdem, dass deutlich weniger Menschen anwesend waren als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama. Spicer hält auch das für eine optische Täuschung und gab der weißen Folie Schuld, die das Gras schützen sollte. Das habe den Effekt gehabt, dass die Flächen, auf denen keiner stand, hervorgehoben worden seien. Derartige Täuschungen seien "schändlich" und "falsch". Auf Twitter lösten die Einlassungen Spicers vielfach empörte Reaktionen aus. Er mache sich lächerlich und sei kein Pressesprecher, sondern ein Propagandaminister, monierten Nutzer.

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Theresa May besucht Trump als erster Regierungschef

Die britische Premierministerin Theresa May wird als erste ausländische Regierungchefin den neuen US-Präsidenten treffen. Die beiden kommen voraussichtlich am Freitag zusammen, teilte das Weiße Haus mit. May will einen kompromisslosen Austritt aus der EU und dem gemeinsamen Binnenmarkt. Trump strebt ein bilaterales Handelsabkommen mit dem Königreich an. Der neue US-Präsident hat außerdem bereits erste Telefonate mit Kanadas Premier Trudeau und dem mexikanischen Präsidenten Peña geführt. Ihn will Trump Ende des Monats bei sich empfangen.