Strenge Corona-Maßnahmen bis Ende Januar - Ja oder Nein?

Zoff um Lockdown-Verlängerung: Wer jetzt was fordert

Und wieder streiten die Bundesländer darüber, ob es härtere Corona-Regeln über den 10. Januar hinaus braucht.
Und wieder streiten die Bundesländer darüber, ob es härtere Corona-Regeln über den 10. Januar hinaus braucht.
© dpa, Peter Kneffel, kne gfh kno

04. Januar 2021 - 8:49 Uhr

Lockdown in Deutschland: Was passiert mit Kitas und Schulen?

Und wieder streiten die Bundesländer darüber, ob es härtere Corona-Regeln über den 10. Januar hinaus braucht und das öffentliche Leben in Deutschland weiter hart beschränkt bleiben sollte. Offen ist vor allem die Frage, was mit Kitas und Schulen passiert.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Lockdown-Verlängerung scheint sicher zu sein

Eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen über den 10. Januar hinaus scheint bereits sicher zu sein - offen ist indes die Dauer und vor allem die Frage, was mit Kitas und Schulen passiert. Dieser Stand zeichnete sich bei einer Schaltkonferenz der Staatskanzlei-Chefs am Samstagnachmittag ab, über die zuerst die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet hatte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte in der "Bild am Sonntag" strikte Beschränkungen für weitere drei Wochen: "Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen." Deshalb plädiert er für eine "konsequente Umsetzung" des jetzigen Konzepts, das eine Schließung von Geschäften, Gastronomie und Kultureinrichtungen vorsieht.

Auch andere stark von Corona betroffene Bundesländer wie Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen plädierten in der Telefonkonferenz dafür, während weniger betroffene Länder wie Bremen, Hamburg und Hessen einer neuen Entscheidung schon nach zwei Wochen zugeneigt waren.

Am Dienstag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Verlängerung entscheiden. Die Besprechung der Staatskanzlei-Chefs diente der Vorbereitung.

Strittige Frage: Was passiert mit Kitas und Schulen

Unter den Ministerpräsidenten war besonders der Umgang mit den Kitas und Schulen strittig. Länder mit hohen Fallzahlen wollten sie weiter geschlossen halten, solche mit geringeren Zahlen plädierten für frühere Öffnungen bei Wechsel- oder Distanzunterricht höherer Klassen. Einzelne Länder regten auch ein Vorziehen der Winterferien an, die je nach Land zwischen dem 1. und 15. Februar beginnen. Söder sagte: "Es darf keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben. Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken."

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verlangt, "dass der Bund darlegt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beziehungsweise Datengrundlage er eine weitere pauschale Schließung von Kitas und Schulen fordert und wie er sich vorstellt, dass damit die wesentlichen Funktionen der Grundversorgung und medizinischen Behandlungskapazitäten aufrechterhalten werden sollen", wie er der "Welt am Sonntag" sagte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte im Gespräch mit RTL, er halte eine weitere Schließung von Schulen und Kitas für richtig. Das sei für Schüler und Eltern zwar schwierig. "Aber auch da gilt: Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zu zu haben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen."

Einen Tag vor der Ministerpräsidentenkonferenz beraten am Montag bereits die Kultusminister der Länder. In diesem Kreis wird vor allem die baldige Öffnung der Kitas und Grundschulen als vorrangig betrachtet.

LESE-TIPP: Berliner Arzt fordert Lockdown bis Ende April

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Sieben-Tages-Inzidenz in Deutschland weiterhin hoch

Das Robert-Koch-Institut meldete am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Zahl der Todesfälle legte demnach innerhalb von 24 Stunden um 312 auf 34.272 zu. Weil etliche Gesundheitsämter über die Feiertage keine Zahlen meldeten und weniger getestet wurde, wird es aber für möglich gehalten, dass das RKI in den kommenden Tagen etliche Nachmeldungen registrieren muss.

Die Sieben-Tages-Inzidenz lag laut RKI bei 139,6. Sie ist weit von der Zielmarke 50 entfernt, die Bund und Länder als Schwelle für mögliche Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen ausgegeben hatten.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält die Welt seit Monaten in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.