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Streit um Burkini: 28-Jährige aus Schwimmbad in Hockenheim geworfen

Streit um Burkini: 28-Jährige aus Schwimmbad in Hockenheim geworfen

Streit um Burkini: 28-Jährige aus Schwimmbad in Hockenheim geworfen
Im Aquadrom in Hockenheim sorgte ein solcher Burkini für Diskussionen. (Symbolbild)
DPA

Burkini-Streit: Aquadrom in Hockenheim wehrt sich

Die 28-jährige Güler D. will im Spaßbad Aquadrom im baden-württembergischen Hockenheim schwimmen gehen. Sie trägt einen Burkini, der alles außer Gesicht, Hände und Füße verdeckt. Deshalb, so sagt sie, habe der Bademeister sie des Schwimmbads verwiesen. Weil ihre muslimische Badebekleidung nicht seinen Vorstellungen entspräche. Jetzt hat das Aquadrom Stellung zu den Vorwürfen genommen - und erzählt eine andere Version der Geschichte.

Aus Schwimmbad geworfen: War der Burkini schuld?

Schon eine Stunde hatte Güler D. bereits in dem Spaßbad verbracht, hatte am Eingang gefragt, ob sie mit dem Burkini ins Wasser dürfe, erzählte die 28-Jährige im Interview mit "Bento". Alles kein Problem, doch dann sei der Bademeister "schreiend und pfeifend" auf sie zugekommen und hätte sie auf ihre Badebekleidung angesprochen. Seinen Tonfall empfand sie dem Bericht zufolge als "diskriminierend und rassistisch". Es folgte eine laute Diskussion und anschließend der Rauswurf.

Stimmt so alles nicht, sagt jetzt ein Sprecher des Aquadroms in Hockenheim gegenüber "Heidelberg 24". Demnach habe es in der Vergangenheit nie Probleme mit Burkiniträgerinnen in dem Schwimmbad gegeben. "Das Aquadrom distanziert sich klar von rassistischem Verhalten", heißt es in der Stellungnahme. Der Bademeister habe lediglich sichergehen wollen, ob es sich wirklich um einen Burkini handle. Das Bad orientiere sich dabei an der Vorgabe der "Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V.". Keinesfalls habe er die Frau lachend rausgeworfen.

Burkinis in der Öffentlichkeit sorgen immer wieder für Streit

Streit um Burkini: 28-Jährige aus Schwimmbad in Hockenheim geworfen
Weil der muslimische Ganzkörper-Schwimmanzug immer wieder Streitthema ist, haben einige Politiker bereits ein generelles Verbot gefordert.
picture alliance / dpa, Stephanie Pilick

Was sich wirklich in dem Schwimmbad in Hockenheim abgespielt hat, wissen wohl nur die Beteiligten. Fakt ist: In der Vergangenheit hat es immer wieder Streit um Burkinis gegeben. In Frankreich hatte der Besitzer eines Ferienhauses Geld von einer Muslimin für die Poolreinigung verlangt, nachdem sie in einem Burkini hineingesprungen war.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschied 2017, dass der gemischte Schwimmunterricht an Schulen auch für muslimische Mädchen Pflicht ist . Geklagt hatte ein muslimisches Elternpaar. Die beiden hatten sich auf die Religionsfreiheit berufen. Das Gericht verwies darauf, dass die Klägerin einen Burkini tragen könne, um ihren religiösen Bekleidungsvorschriften gerecht zu werden.

Ein Gymnasium in Herne sorgte im Sommer 2018 für Aufsehen, weil die Schulleitung 20 Burkinis für den Schwimmunterricht bestellte . Damit wollte man potentielle Ausreden umgehen, nicht am Schulschwimmen teilnehmen zu können.