Streit um Bäcker-Story: Waren Christian Lindners Aussagen rassistisch?

18. Mai 2018 - 23:52 Uhr

Stefan Kuzmany und Jan Fleischhauer sind sich uneins

Ob unglückliche Wortwahl oder inhaltliche Entgleisung: Christian Lindners Bäcker-Anekdote sorgt für Streit. Eigentlich wollte der FDP-Parteivorsitzende wohl die Forderung nach einer gut organisierten Einwanderungspolitik untermauern. Stattdessen gab es einen Rassismus-Shitstorm für Lindner. Zu Recht? Darüber streiten bei uns im Video die 'Spiegel'-Journalisten Stefan Kuzmany und Jan Fleischhauer.

Christian Lindners Bäcker-Story sorgt für Streit

Was genau wollte Christian Lindner uns sagen, als er auf dem FDP-Parteitag mit einer Alltagsbeobachtung beim Bäcker um die Ecke kam? Wenn sich jemand "mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen" bestellt, könne die unklare Herkunft dieser Person schon mal "Angst auslösen", so der FDP-Chef. Leute in der Schlange könnten nicht wissen, "ob das der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer." Lindners offensichtliches Verständnis für die "Angst vor dem Fremden" kam nicht überall gut an.

Auch bei unseren Kommentatoren Stefan Kuzmany und Jan Fleischhauer hinterlässt Lindners Äußerung gemischte Gefühle. Für Fleischhauer ist klar: Lindner hat Recht. Zu wissen, ob Ausländer sich hier legal aufhalten, sei eine Selbstverständlichkeit. Stefan Kuzmany stört sich insbesondere an Lindners Anspielung auf das "gebrochene Deutsch" des Ausländers beim Bäcker. Für Kuzmany ist dieser Zusammenhang zwischen Sprachkenntnissen, Hautfarbe und Rechtschaffenheit vor allem eins: rassistisch.