Dresden: Streit eskaliert in Erstaufnahmeeinrichtung – Polizei von rund 50 Bewohnern angegriffen

28. Mai 2018 - 10:37 Uhr

Keilerei bei Essensausgabe endet mit Festnahmen

Erst gab es Streit bei der Essensausgabe, dann ließen die Streithähne noch ihren Dampf an der Polizei ab: Rund 50 Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden haben Polizeibeamte angegriffen, die zur Schlichtung eines Streits angerückt waren. Vier Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Beamte beworfen, getreten und geschlagen

Zunächst war in der Essensausgabe der Erstaufnahmestelle ein Streit zwischen zwei Männern aus Georgien eskaliert. Da das Sicherheitspersonal nicht Herr der Lage werden konnte, bat es die Polizei um Hilfe. Zunächst gelang es den eintreffenden Beamten, den Streit zu stoppen. Doch lange hielt die Ruhe nicht an: "In der Folge sammelten sich circa 50 Heimbewohner und griffen die Einsatzkräfte an, indem sie nach ihnen mit glühenden Zigaretten warfen, traten und schlugen", teilte die Polizeidirektion am Sonntag mit. Ein Angreifer versuchte demnach, die Beamten mit einer Eisenstange aus seinem Bettgestellt zu attackieren. Glücklicherweise konnten die Beamten den Gewaltanflug des Aufsässigen noch verhindern. Erst mit dem Einsatz weiterer Polizeikräfte konnte die Lage schließlich komplett unter Kontrolle gebracht werden.

Die Bilanz des Einsatzes am Freitag: Zwei verletzte Polizisten, ein lädierter Wachmann und vier vorläufige Festnahmen. Bei den Festgenommen handelt es sich um Tatverdächtige aus Georgien im Alter von 17, 20, 27 und 42 Jahren. Gegen sie laufen nun Ermittlungen wegen Verdachts des Landfriedensbruchs.

Aufstand ist kein Einzelfall

Polizeieinsatz im Flüchtlingsheim Ellwangen: Zuvor war die Abschiebung eines 23-jährigen Togolesen gescheitert.
Festnahme bei Polizeieinsatz im Flüchtlingsheim Ellwangen.
© dpa, Stefan Puchner, puc kno

Es ist nicht das erste Mal, dass es in einer Flüchtlingseinrichtung zum gewaltsamen Konflikt zwischen Heimbewohnern und Polizeibeamten kommt: Erst kürzlich war es im baden-württembergischen Ellwangen zu einer Auseinandersetzung gekommen, als 150 bis 200 Flüchtlinge versuchten, die Abschiebung eines Mannes aus Togo zu verhindern. Die Beamten waren zunächst von der Situation überfordert. Sie zogen sich zurück und stürmten die Unterkunft drei Tage später mit einem Großaufgebot. Dabei wurden auch 27 weitere aufständige Flüchtlinge festgenommen. Der gesuchte Togoer wurde inzwischen nach Italien abgeschoben.

An diesem Montag wird Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu einem Besuch in Dresden erwartet. Bei dem schon länger geplanten Treffen mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und dessen Innenminister Roland Wöller (CDU) will Seehofer das Thema Sicherheit und Migration erörtern.