Strauss-Kahn tritt von seinem Amt zurück

Dominique Strauss-Kahn, DSK wie er auch genannt wird, ist von seniem Amt als IWF-chef zurückgetreten.
Dominique Strauss-Kahn, DSK wie er auch genannt wird, ist von seniem Amt als IWF-chef zurückgetreten.
© REUTERS, POOL

19. Mai 2011 - 17:13 Uhr

Video soll Mädchen zeigen, wie es in Panik auf den Hotelflur läuft

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn tritt nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurück. In einer IWF-Erklärung vom Donnerstag wies der der versuchten Vergewaltigung beschuldigte Franzose die Vorwürfe erneut zurück.

Wie der IWF weiter mitteilte, schrieb Strauss-Kahn einen formalen Brief an den Fonds. Er sei "unendlich traurig", seinen Rücktritt erklären zu müssen, hieß es in dem Brief. "Ich denke in diesem Moment zuerst an meine Frau, die ich mehr als alles andere liebe, an meine Kinder, meine Familie, meine Freunde", schrieb Strauss-Kahn. Er bestreite weiter entschieden alle Beschuldigungen gegen ihn.

Offensichtlich sah sich Strauss-Kahn zum Rücktritt gezwungen, nachdem die USA als wichtigstes IWF-Geberland offen eine Übergangsregelung an der Spitze der mächtigen Finanzorganisation gefordert hatten. Strauss-Kahn sei "offensichtlich nicht in der Lage" den Währungsfonds zu lenken, sagte US-Finanzminister Timothy Geithner.

Zudem bringt ein Bericht französischer Medien den mächtigen Sozialisten weiter in Bedrängnis. Es sei ein Überwachungsvideo aufgetaucht, das das Zimmermädchen zeigt, wie es offenbar in Panik aus dem Raum stürme. Wenig später verlasse auch Strauss-Kahn das Hotelzimmer, den Angaben zufolge "in Hast". Der 62-Jährige war wenig später aus der Ersten Klasse eines Air-France-Flugzeugs geholt worden, das nur Minuten später Richtung Europa abheben sollte.

Bruder des mutmaßlichen Opfers: "Es war keine Falle"

Die Anwälte hoffen, dass schon heute über eine Freilassung ihres Klienten entschieden wird. Sie haben am Mittwoch in New York einen neuen Versuch gestartet, ihren Mandanten per Kaution aus der Haft zu bekommen. Bis zu einem Prozess müsste der Franzose dann aber auf jeden Fall in New York bleiben.

"Wir haben Bedingungen zugesagt, die alle Bedenken zerstreuen können, dass Mr. Strauss-Kahn die Stadt verlässt", erklärten die Anwälte. Auf der Gefängnisinsel im New Yorker East River sitzt der 62-Jährige seit Montag. Der Franzose soll am Samstag in einem New Yorker Hotel versucht haben, ein Zimmermädchen zum Oral- und Analsex zu zwingen.

Der Bruder des mutmaßlichen Sexopfers von Strauss-Kahn hält es für ausgeschlossen, dass seine Schwester dem IWF-Chef eine Falle stellen wollte. "Sie kannte ihn nicht. Meine Schwester ist unfähig, sich eine solche Geschichte auszudenken. Sie ist praktizierende Muslimin und trägt Kopftuch", sagte Blake Diallo (42) der französischen Tageszeitung 'Le Parisien'.

Seine Schwester habe keine Ahnung von Politik, sie wisse nicht einmal, wer Bürgermeister von New York sei. "Sie ist eine ehrenwerte und anständige Frau, die hart arbeitet, um ihre Tochter großzuziehen", betonte Diallo. "Wenn sie nach Hause kommt, schaut sie afrikanische TV-Serien."