Straßensperrung an der Weser dauert noch

Eine Straßensperre steht auf der Bundestraße B83 im Landkreis Holzminden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild
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29. Juli 2020 - 10:00 Uhr

Die seit Frühjahr 2018 im Weserbergland wegen drohender Felsabstürze gesperrte Bundesstraße 83 kann im kommenden Jahr noch nicht wieder für den Verkehr freigegeben werden. "Ich gehe davon aus, dass wir spätestens im September den Auftrag erteilen können", sagte Markus Brockmann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Für die Sicherungsarbeiten an dem Hang seien 480 Werktage eingeplant. Deshalb sei ein Ende der Sperrung der Straße im Landkreis Holzminden frühestens im Frühjahr 2022 vorstellbar. Es sei nicht denkbar, die an der Weser verlaufene Straße bis dahin an Wochenenden ganz oder zwischenzeitlich einspurig freizugeben, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Landesbehörde.

Die Sicherungsarbeiten an dem 80 Meter hohen und 1,5 Kilometer langen Steilhang oberhalb der Straße bei Pegestorf im Wesertal sind extrem aufwendig, weil es sich um ein FFH-Gebiet handelt, in dem viele geschützte Pflanzen und Tiere leben. Die B83 war im April 2018 gesperrt worden, weil Felsbrocken auf die Fahrbahn zu stürzen drohten. Viele Bewohner der umliegenden Ortschaften im Landkreis Holzminden müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen.

Das Planfeststellungsverfahren sei inzwischen weit fortgeschritten, sagte Brockmann. Gegen den Beschluss des Landkreises, mit dem die geplanten Eingriffe in die Natur begründet werden, könne bis Mitte August beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg geklagt werden. Sollte es keine Klagen geben, wäre der Beschluss rechtskräftig. "Das wäre ein ganz wichtiger Meilenstein", sagte Brockmann. Aus Sicht der Anwohner handele es sich zwar um ein langwieriges Verfahren. "Wir haben jetzt aber eine komplette Planung vorliegen und einen Auftrag, der erteilt werden kann", sagte Brockmann.

Bevor die Straße wieder freigegeben werden kann, muss der gesamte Hang von Spezialfirmen mit Felsankern, mehreren Tausend Quadratmetern Spezialnetzen und Spritzbeton gesichert werden. Die Sicherung des Hanges soll rund zehn Millionen Euro kosten.

Der Steilhang ist Teil eines FFH-Gebietes, in dem unter anderem seltene Schmetterlinge der Art "Spanische Flagge" leben. Zudem brüten dort Uhus und viele andere Vogelarten.

Quelle: DPA