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Straßenblockaden in Frankreich: Eine Tote und viel Verletzte bei Spritpreis-Demos

Frau stirbt bei Spritpreis-Protesten in Frankreich
Frau stirbt bei Spritpreis-Protesten in Frankreich Demonstranten blockieren den Verkehr 01:34

Eine Frau stirbt bei der Protestaktion

"Frankreich ist sauer und das hier war noch lange nicht alles", sagte ein wütender Demonstrant im französischen Fernsehen. Das bekommen gerade vor allem die Autofahrer zu spüren. Auf dem Pariser Prachtboulevard der Champs-Élysées kommt der Verkehr zum Erliegen, auf vielen Autobahnabschnitten geht gar nichts mehr und vor dem Mont-Blanc-Tunnel setzte die Polizei sogar Tränengas ein. In ganz Frankreich blockieren Tausende Menschen die Straße, um gegen steigende Spritpreise zu demonstrieren.

Autofahrerin gerät in Panik und überfährt Demonstrantin

Für eine Frau endete die Protestaktion tödlich. 229 Menschen wurden bei den landesweiten Aktionen verletzt, sieben davon schwer. Laut Innenminister Christophe Castaner waren 283.000 Demonstranten in gelben Warnwesten unterwegs und versperrten anderen Verkehrsteilnehmern den Weg. Mehrere Autofahrer versuchten trotzdem, sich den Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. Dabei gab es mehrere Unfälle.

In Pont-de-Beauvoisin nördlich von Grenoble geriet eine Autofahrerin eine Straßenblockade der "Gilets Jaunes" (gemeint: Warnwesten). Die Demonstranten begannen, auf ihr Dach zu trommeln. Die Frau geriet in Panik und trat aufs Gas. Dabei überrollte sie eine der Demonstrantinnen. Das Unfallopfer starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Die Fahrerin kam in Polizeigewahrsam. Auch in Arras im Norden des Landes gab es ein schweres Unglück. Auf einem Kreisverkehr wurde ein Demonstrant umgefahren. Er wurde schwer verletzt. Auch in Paris war die Stimmung ab dem Nachmittag angespannt, weil Demonstranten versuchten, zum Élyséepalast zu gelangen, dem Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron.

Die Wut ist groß - nicht nur wegen der Spritpreise

Proteste der "Gilets Jaunes" in Frankreich
Die Demonstranten in Frankreich tragen gelbe Warnwesten als Erkennungszeichen. © dpa, David Vincent, tli gfh

Die Bewegung in den gelben Warnwesten protestiert gegen eine geplante Preiserhöhung für Benzin und Diesel. In den letzten acht Jahren sind die Preise für einen Liter Super in Frankreich im Schnitt um 27 Cent gestiegen, für Diesel sogar um 44 Cent. Und die nächste Preiserhöhung ist für 2019 geplant.

Die Spritpreise sind aber wohl nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schon im Sommer gab es Proteste gegen ein neu eingeführtes Tempolimit auf Landstraßen: Statt 90 Kilometer pro Stunde sind seitdem auf Landstraßen nur noch 80 erlaubt. Vor allem in ländlichen Regionen ist der Ärger darüber groß. Doch die Wut geht über Verkehrsthemen hinaus.

Viele Demonstranten fordern einen höheren Mindestlohn. Politiker dagegen sollten weniger verdienen. Ein Mann, der sich an einer Blockade der Autobahn 7 bei Avignon beteiligte, sagte dem Sender BFMTV, er müsse ab der Monatsmitte beim Einkaufen genau mitrechnen, damit ihm das Geld nicht ausgeht. Auch gegen Macron persönlich richten sich die Proteste. "Hau ab!", forderten viele Demonstranten.


Quelle: DPA, RTL.de

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