Nach positivem Doping-Test

Moto GP-Fahrer Andrea Iannone wird für 18 Monate gesperrt

Andrea Iannone wurde für 18 Monate gesperrt.
Andrea Iannone wurde für 18 Monate gesperrt.
© Imago Sportfotodienst

02. April 2020 - 22:45 Uhr

Gericht erkennt Unschuld an - und erteilt dennoch Sperre

Statt Benzin hatte er leistungssteigernde Substanzen im Blut: Der italienische Moto-GP-Pilot Andrea Iannone wurde nach einem positiven Dopingtest im vergangenen Herbst nun vom Motorrad-Weltverband FIM für schuldig befunden. In Folge dessen wurde er für 18 Monate gesperrt - obwohl davon ausgegangen wird, dass er die Substanz nicht wissentlich zu sich genommen hat.

Anabolika-Einnahme: Iannone beteuerte Unschuld

Iannonne durfte bereits seit Jahresbeginn nicht mehr für sein Aprilia-Team auf das Motorrad steigen, da ihn der Verband für die Zeit bis zur Urteilsverkündung mit einer provisorischen Sperre belegt hatte.

Der 30-Jährige wurde im November vergangenen Jahres nach dem Rennen in Malaysia positiv auf die Einnahme von Anabolika getestet. Der überführte Italiener beteuerte bis zuletzt, dass die Aufnahme der Steroide aber nicht willentlich geschah, sondern dass das Mittel durch verunreinigte Lebensmittel in seinen Körper gelangt war.

Urteil erkennt Fahrlässigkeit

Tatsächlich erkannte das Gericht an, dass Iannone nicht bewusst gedopt habe. Zumindest ein Teil-Erfolg.

Trotzdem sprach es den 30-Jährigen schuldig - denn laut dem Richter hätte Iannone selbst die nötigen Vorkehrungen treffen müssen, damit es erst gar nicht zu einer solchen Situation kommen kann. Der Grand-Prix-Sieger wehrte sich und sagte: "Wenn wir in Restaurants gehen, haben wir nicht die Möglichkeit, kontaminiertes oder unkontaminiertes Fleisch zu wählen. Keiner von uns weiß mit Sicherheit, was wir essen."

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Arbeitgeber versteht Urteil nicht

Sein Arbeitgeber Aprilia bemängelt das Urteil in einem Statement ebenfalls: "Eine Strafe, die völlig unvereinbar ist mit der im Urteil selbst enthaltenen Rekonstruktion, die in den Fakten die Unschuld von Andrea Iannone anerkennt." Allerdings gäbe das Urteil auch die Berechtigung zu einem Berufungsverfahren.

Iannone selbst gibt sich deshalb kämpferisch: "Ich habe es immer noch nicht zu 100 Prozent geschafft, aber das ist mein Ziel. Dann möchte ich so schnell wie möglich wieder aufs Motorrad steigen."

Karriere von Iannone steht vor Scherbenhaufen

Eines steht fest: Sollte Iannone auch in der Berufung scheitern, würde dies höchstwahrscheinlich sein Karriereende in der MotoGP bedeuten. Aktuell besitzt er nämlich nur einen Vertrag bis Saisonende. Da seine Sperre aber bis Juni 2021 dauert, wird ihn aller Voraussicht nach weder sein eigener Rennstall noch ein anderes Team mit einem Vertrag ausstatten, da er die Hälfte der Saison gar nicht bestreiten könnte.

Alles andere als eine sichere Zukunft also für den Mann, der im Fahrerlager auch den Spitznamen "The Maniac" (zu deutsch: Der Wahnsinnige) trägt.