Wegen erfundener Forschungsergebnisse

Strafanzeige gegen Heinsberg-Studie und Virologe Hendrik Streeck

03. Juli 2020 - 16:46 Uhr

Streeck weist Vorwürfe zurück

Bei der Bonner Polizei ist eine Strafanzeige gegen die Heinsberg-Studie und ihren Chefautor Hendrik Streeck eingegangen. Das bestätigte die Kriminalpolizei gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "CAPITAL". Die Anzeige wurde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Die viel beachtete Studie wurde teilweise heftig kritisiert.

Die Staatsanwaltschaft in Bonn nimmt allerdings keine Ermittlungen auf. Es sei kein strafbares Verhalten erkennbar, zitiert der "General-Anzeiger Bonn" die Behörde.

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Wann stimmte der Bonner Ethikrat ab?

​Ein nicht namentlich bekannter Wissenschaftler soll die Anzeige erstattet haben. Sein Vorwurf: Streeck habe das Land Nordrhein-Westfalen belogen, um eine Finanzierung zu bekommen. Dazu habe er die Zustimmung des Ethik-Rats der Universität Bonn angegeben, als er den Vertrag am 25. März unterschrieben hat.

Der Rat habe allerdings erst am 31. März mit "Ja" gestimmt, so die Anzeige laut "CAPITAL". Das Land hat die Heinsberg-Studie mit 65.000 Euro teilfinanziert. Chefautor Streeck und seine Kollegen von der Universität Bonn weisen die Vorwürfe zurück. Der Ethikrat habe mehrmals abgestimmt. Unter anderem am 24. März.

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Weiterer Vorwurf: Streeck habe in der Heinsberg-Studie Ergebnisse erfunden

Außerdem sollen Streeck und sein Team bei der Zwischenpräsentation am 09. April Ergebnisse präsentiert haben, die sich nicht durch die gesammelten Daten stützen lassen. Konkret geht es um Aussagen zu einem Zusammenhang zwischen Hygienemaßnahmen, der Viruskonzentration und dem Schweregrad einer Corona-Erkrankung.

Auch gegen diesen Vorwurf protestiert das Team der Heinsberg-Studie: Die Untersuchung der Karnevals-Partys im Ort Gangelt habe gezeigt, dass Menschen nach "Superspreading"-Events deutlich schwerer erkranken.

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