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Stolperfalle "Clubhouse" - Schröder und Amthor blamieren sich

Nach Ramelow-Kritik

Auch Alt-Kanzler Schröder und Philipp Amthor stolpern über Clubhouse

Bildnummer: 53581014  Datum: 08.09.2005  Copyright: imago/ITAR-TASSITAR-TASS 59: BERLIN, GERMANY. SEPTEMBER 8. Russian President Vladimir Putin (L) and German Chancellor Gerhard Schröder greet each other outside the Chancellor s department. PUBLICATI
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Fettnäpfchen Clubhouse

Neue Medien, neuer Umgang. Das musste in den letzten Tagen vor allem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erfahren. In der neuen Audio-App hatte der Linken-Politiker aus dem Nähkästchen geplaudert und verraten, was er so während einer Corona-Konferenz mit der Kanzlerin treibt. Das hatte prompt für teils scharfe Kritik gesorgt.

Lesetipp: Auch RTL-Reporterin Franca Lehfeldt findet: Ein Ministerpräsident, der während wichtigen politischen Sitzungen „Candy Crush“ spielt, gefährdet das Vertrauen in die Politik.

Ramelow steht mit seinem Tritt ins Fettnäpfchen aber nicht allein da. Auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder macht bei einer Talkrunde gar keine gute Figur. CDU-Jungpolitiker Philipp Amthor gibt währenddessen seine Gesangskünste zum Besten.

+++ Das steckt hinter dem Mega-Hype um die Social-Media-App „Clubhouse“ +++

Clubhouse-Teilnehmerin bringt Schröder in Bedrängnis

Auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder fiel mit Clubhouse auf die Nase. Schröder nahm an einer politischen Talkrunde bei Clubhouse teil. Eigentlich sollte es um das Thema fehlender Führungspersönlichkeiten in der Bundespolitik gehen. Die FDP-Politikerin Ria Schröder und Teilnehmerin im Chat wollte sich offensichtlich aber nicht in diesen Rahmen zwängen lassen und sprach den SPD-Politiker auf seine Freundschaft zu Russlands Präsident Wladimir Putin an.

„Ich kann mir das nur sehr schwer vorstellen“, so die Teilnehmerin, „wie kann man mit einem solchen Despoten befreundet sein?“

Eine Frage, die gerade aktuell wieder eine gewisse Sprengkraft hat. Denn erst gestern waren tausende Demonstranten verhaftet worden, weil sie für die Freilassung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny demonstriert hatten. Nawalny selbst war nach seiner Rückkehr in Moskau verhaftet worden und das nachdem er rund ein halbes Jahr vorher mit einem Nervengift vergiftet worden war.

Soyeon Schröder-Kim attackiert Dorothee Bär

Der Meinung, dass sich ein Alt-Bundeskanzler klarer gegen Putin positionieren sollte, ist offenbar auch die Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär. Auf ihren Instagram-Profil schreibt sie: Ich war erstaunt wie schweigsam der Altkanzler bei brennenden Fragen Rußland betreffend war...“

Der Konter kommt prompt von Schröders Ehefrau Soyeon Schröder-Kim: „Bevor Sie Andere kritisieren, machen Sie erst mal Ihre Arbeit vernünftig. Deutschlands Fortschritte in der Digitalisierung unter dem Niveau eines so entwickelten Industrielandes wie Deutschland.“

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Schröder verweigert Stellungnahme zu Putin

Der Alt-Bundeskanzler zeigt sich angesichts der Ereignisse in Russland jedoch nicht etwa gesprächsbereit, sondern blockt die Frage der FDP-Politikerin rigoros ab. „Zu dem Thema habe ich gesagt, was zu sagen ist. Ich habe nicht vor, hier persönliche Dinge zu beantworten“ so Schröder. Die Damen solle sich doch bitte eine andere Frage überlegen.

Damit bleibt Schröder seiner Vorgehensweise treu, alle kritischen Fragen zu Russland und dessen Präsidenten kategorisch abzubocken. Ein Vorgehen, das aber mehr und mehr auf Gegenwind stößt. Erste Kritiker, wie der russische Oppositionelle Garri Kasparow, fordern sogar, dass die Bundesregierung Schröder Maßnahmen gegen Schröder beschließt und auch den Bau der russischen Gaspipeline „Nordstream 2“ stoppt, wie die „Bild“ schreibt. Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock hatte sich nach der Verhaftung Nawalnys für einen Baustopp stark gemacht.

Die Gasleitung von Russland nach Mecklenburg-Vorpommern gilt als wichtigstes Projekt Putins und als wichtig für die russische Wirtschaft.

Amthor trällert das Pommernlied

Weniger skandalös, dafür umso peinlicher war der Auftritt von CDU-Shootingstar Philipp Amthor. Frisch von der Seele weg trällert der 28-jährige Bundestagsabgeordnete das Pommernlied, das als inoffizielle Hymne der Region Vorpommern gilt. Dafür hagelte es vor allem Spott von der Social-Media-Gemeinde: "Es klingt wirklich schlimm", schrieb etwa ein User bei Twitter, wo Amthors Gesangsbeitrag sofort viral ging.

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Seibert: „Das steht für sich und bedarf keines weiteren Kommentars“

Die Bundesregierung hat eine Bewertung des missglückten Auftritts von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf der neuen Audio-App Clubhouse abgelehnt. „Das steht für sich und bedarf keines weiteren Kommentars“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Seibert sagte in der Bundespressekonferenz zu Clubhouse, wahrscheinlich würden viele Politiker, Journalisten und an der öffentlichen Kommunikation Beteiligte die App gerade ausprobieren. „Es gibt erste Erfahrungen, ich habe persönlich keine.“