Umfrage in zehn Ländern

Wegen Corona: Bargeld stirbt aus

Immer weniger Verbracher bezahlen bevorzugt mit Geldscheinen.
© dpa, Monika Skolimowska, skm;cse,wst sab

16. September 2020 - 11:10 Uhr

Europäer bevorzugen bargeldlose Zahlung

Bargeld lacht? Man möchte sein Geld am liebsten "BAT" (Bar auf Tatze)? Das war vielleicht früher so und hat sich durch Corona weiter gewandelt. Nur noch 36 Prozent der Verbraucher zahlen bevorzugt mit Scheinen und Münzen, ergab eine Umfrage in 10 europäischen Ländern.

Nur noch 36 Prozent ziehen Scheine und Münzen vor

ARCHIV - 13.01.2020, Bayern, Kaufbeuren: ILLUSTRATION - Eine EC-Karte wird an den Bezahl-Terminal an der Kasse eines Supermarktes gehalten. Die Corona-Krise beschleunigt nach einer Verbraucherstudie die allmähliche Abkehr der Europäer vom Bargeld. (z
Umfrage in zwölf Ländern: Corona beschleunigt Abkehr vom Bargeld
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh gfh

Vor einem Jahr waren es noch 43 Prozent, so die Unternehmensberatung PwC Strategy&. Häufiger bezahlt wird stattdessen sowohl mit Debitkarten - in Deutschland als Girocard bekannt - und mit mobilen Bezahl-Apps.

Deutsche und Ösis die Ausnahme

Allerdings gibt es nach wie vor sehr große Unterschiede innerhalb Europas: In Österreich (57 Prozent) und Deutschland (56 Prozent) gibt es nach wie vor klare Mehrheiten, denen Bares am liebsten ist - auch wenn es vor einem Jahr noch jeweils deutlich über 60 Prozent waren.

Am anderen Ende der Skala steht Schweden, wo nur noch 15 Prozent bevorzugt mit Scheinen und Münzen zahlen. Auch in den Niederlanden und Frankreich wird Bargeld laut Umfrage nur noch von Minderheiten bevorzugt, in beiden Ländern jeweils von etwa einem Fünftel der Bevölkerung.

44 Prozent der Verbraucher zahlen lieber mit Karten

Europaweit sagten 44 Prozent der befragten 3.500 Verbraucher, dass sie inzwischen häufiger mit Karten zahlen - bei einer kleineren Gruppe von 15 Prozent gab es die gegenläufige Bewegung: Sie zahlen öfter bar.

Die Berater fragten in diesem Jahr erstmals in 12 Ländern, für die Vergleichszahlen mit 2019 wurden allerdings nur die Antworten der Bürger aus den zehn Ländern ausgewertet, die schon vor einem Jahr befragt worden waren. Das sind neben Deutschland, Österreich und der Schweiz: Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Polen, die Niederlande und Schweden. Neu hinzugekommen sind Irland und die Türkei.

Vorbehalte gegen Preisgabe persönlicher Daten

Mid adult Caucasian woman is using her smart phone app to pay for groceries in local grocery store. Employee is scanning smart phone with scanner. Woman is shopping with elementary age daughter and four month old baby. She is wearing her baby in a me
Immer beliebter: Mit dem Handy bezahlen.
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Unverändert sind allerdings die weit verbreiteten Vorbehalte gegen das mit vielen Bezahl- und Finanz-Apps verbundene Teilen der persönlichen Daten. Das ist nach Einschätzung der Studienautoren ein wesentliches Hemmnis für die Verbreitung des so genannten Open Banking.

Wie schon 2018 sagten europaweit nur 20 Prozent, dass sie zum Teilen ihrer persönlichen Daten bei den persönlichen Finanzen bereit seien. 55 Prozent lehnten das ab, der Rest ist unschlüssig. "Banken und Fintechs können ihren Kunden beispielsweise mit der übergreifenden Kontrolle über sämtliche Konten, Abbuchungen und Verträge die Vorteile von Open Banking aufzeigen", sagte Studienautor Andreas Pratz.

Bessere Verbreitungschancen hätten Finanz-Apps nach Einschätzung des Unternehmensberaters, wenn Banken und Fintechs ihren Kunden zusätzliche Vorteile böten - neben Rabatten beim Einkaufen beispielsweise automatisierte Steuererklärungen oder gebührenfreie Bankdienstleistungen.